Wo die Angst ist, ist der Weg.

Immer mutig, Richtung Angst.

Immer mutig Richtung Angst.

Heute ist mein erster Urlaubstag.

Vater Stein rollt einmal alle drei Monate zum Hauptbahnhof und holt unser gemeinsames Kind dann für die Hälfte der jeweiligen Ferien ab. Das bedeutet: Vom heutigen Tag an habe ich drei Wochen Zeit. Für mich ist das der totale Ausnahmezustand. Bin ich sonst permanent mit Kind – an jedem Wochenende, zu jeder Tages- und Nachtzeit – , so bin ich nun schlicht und ergreifend ungebunden. Ich habe jetzt Zeit für die Steuererklärung, für Freunde, die Arbeit … Ich habe Zeit für Alles und Nichts. Ich kann alles machen oder gar nichts. Wann ich will. Drei Wochen. Die Zeit ist knapp. Ich muss mich ranhalten.

Es geht los:
Als wir heute Morgen wach wurden, haben wir entspannt gefrühstückt, ihren Koffer gepackt, sie geduscht und noch mal ausgiebig gekuschelt. Irgendwann klingelte das Telefon und Papa Stein war dran. Papa Stein sagte, er habe heute Morgen meinen Blog im Netz entdeckt. Ich dachte: “Oh, prima! Der kommt aber weit rum, der Kleine!” und war stolz auf meinen kleinen Babyblog, der es offenbar durch die Weiten des Datenmeeres bereits bis nach Bochum zu Papa Stein geschafft hatte. Ein guter Schwimmer, scheint mir. Aber Papa Stein war offenbar nicht begeistert. Er fordert, dass ich diesen Blog sofort wieder einstampfe und empfindet ihn als eine Unverschämtheit ihm gegenüber.

Ich möchte diesen Blog nicht schließen.
Ich habe nicht damit begonnen dieses Pamphlet zu verfassen, um jemandem zu schaden. Ich möchte keinen Ruf zerstören und niemanden verletzen. Aber ich möchte eine Lanze brechen. Ich schreibe für Menschen. Nicht gegen sie.
37 Prozent aller Mütter in Berlin sind alleinerziehend und 42 Prozent aller deutschen Alleinerzieher sind Empfänger von ALG II.
Mein Leben – und ich betone, dass ich hier von meinem Leben berichte und dabei andere Leben nur in so weit berühre, wie sie mich nun einmal beeinflusst haben -, mein Leben ist nur ein Exempel für zahlreiche andere. Und dass wir noch nicht gemeinsam unsere Stimmen erhoben haben liegt vermutlich daran, dass wir einfach am Ende des Tages keine Kraft mehr haben uns aufzulehnen. Günde hätten wir hingegen genug.

Darum schreibe ich diesen Blog. Und ich werde damit nicht aufhören.
Denn ich weiß, dass da wo sich der Widerstand regt meistens der bessere Pfad verläuft.
Wo die Angst ist, ist der Weg.

In diesem Sinne,
Ihre Maike von Wegen

JA PANIK – ALLES HIN, HIN, HIN

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Author: Sarah Wiedenhöft

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