Wer sorgt sich wirklich? – Tipps zum neuen Sorgerechtsbeschluss

Wer von Euch zur Zeit schwanger geht mit der Sorge, der neue Beschluss zum Sorgerecht könnte zu erneuten Zerrüttungen der eigenen Familienverhältnisse sorgen, der/dem möchte ich die folgenden Tipps mitgeben (Video).

Nichts hat dem super Polizisten aus London häufiger seine Haut gerettet als dieser Notizblock und Euch könnte er auch sehr dienlich sein. Das wichtigste was ihr tun könnt ist die Dokumentation. Legt Euch ein Heft an, in das ihr jede besorgniserregende Neuigkeit (sofort) notiert. Wenn die Person, die eventuell zu Unrecht das Sorgerecht beantragen könnte, das Kindeswohl akut gefährdet hat, notiert Euch das mit Datum. Schiebt das nicht auf, macht es sofort. Das ist Eure wichtigste Vorbereitung auf einen eventuellen Prozess. Und wenn es Zeugen gibt, involviert sie direkt. Sprecht mit ihnen darüber, dass Ihr Euch um einen Sorgerechtsprozess sorgt und bittet sie, als Zeuge in dieser Sache aufzutreten, falls es nötig wird.

Das nächste, was ihr tun müsst, ist unbedingt das Gespräch mit dieser Person, die das Sorgerecht beantragt, zu suchen. Bitte versucht die folgenden Tatsachen klarzustellen:

1. Es geht um unser Kind. Es sollte zu keinem Gerichtsstreit kommen, da das eindeutig unserem Kind schaden würde. Wir müssen versuchen, eine Mediation zu machen. Wir müssen versuchen, es außergerichtlich zu klären. Das ist der wichtigste Punkt und dazu ist natürlich als allererstes Eure eigenen Bereitschaft erforderlich. Ich weiß, dass es Elternteile gibt, mit denen man überhaupt nie wieder reden möchte und von denen man glaubt, dass bei ihnen nichts mehr zu retten ist. Dennoch: Grundvoraussetzung, um EUER KIND ZU SCHÜTZEN, ist Deine Bereitschaft zu Gesprächen und eventuellen Kompromissen.

2. Was klarzustellen gilt: Das Sorgerecht ist ein Instrument. Es trägt den Namen Sorgerecht und impliziert also eine Sorge um das Kind. Tatsächlich hat es mit der wahren Sorge eines Eltern um sein Kind aber gar nichts zu tun. Wenn die andere Person also das Recht auf Sorge beantragt, so ist das im Grunde genommen ein Hohn. Wahre Sorge zeigt sich in der Zeit und dem liebevollen Umgang, die man mit seinen Kindern pflegt. Darum sollte nichts anderes geklärt werden als die Frage: Wie können wir beide uns liebevoll um unser Kind sorgen? Ich weiß, dass diese Dinge nicht mit jedermann verhandelbar sind, aber es hilft nichts. Diese Grundeinstellung ist die Vorraussetzung zum Schutz des Kindeswohl. Sollte Euer Gesprächspartner tatsächlich so resistent zu sein, so wird das in einer Mediation ja glücklicherweise auffallen und Ihr braucht Euch also nicht zu sorgen. Darum sollen Eure Gespräche ja mit einem professionellen Dritten stattfinden.

3. Euer Kind will das alles nicht wissen! Ihr sollt Euer Kind nicht belügen und ihr müsst auch versuchen, Antworten zu finden auf Fragen, die eventuell zu tief in den Kern der elterlichen Zerrüttung dringen würden. Aber so schwer es auch ist, haltet Euch selbst zurück. Wenn ihr nicht gefragt werdet, braucht Ihr auch nicht von selbst zu sprechen. Redet nie schlecht über den anderen Eltern und belastet Eure Kinder nie mit der Sorge, die Ihr habt. Euer Kind kann das alles nicht verstehen. Und es hat das Recht darauf, jeden zu lieben, den es lieben will. Aus eigener Erfahrung als Scheidungskind kann ich sagen, dass meinem Selbstbewusstsein nur wenig so sehr geschadet hat, wie die Tatsache, dass meinen Eltern nach ihrer Trennung schlecht übereinander gesprochen haben. Denn ich als das Kind trage natürlich die Anteile beider in mir. Wenn einer von ihnen falsch ist, bin ich es mindestens zur Hälfte auch. Reden Beide schlecht übereinander, so bin ich das Produkt zweier schlechter Eltern. Was soll ich dann bitte für ein Mensch sein?

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Dein Notizbuch ist Dein wichtigstes Werkzeug

Andere Möglichkeiten gibt es nicht. Wenn ihr einen neuen Partner oder eine neue Partnerin habt, könnt ihr sie heiraten und mit ihnen gemeinsam versuchen, eine Adoption anzustrengen. Aber in diesem Fall müsste der Vater/die Mutter (ob Sorgerecht oder nicht) zusagen. Das wird wohl in den seltensten Fällen passieren und führt erneut zu Streit und Ärger und der Gefährdung des Kindeswohls. Die einzige tatsächliche Möglichkeit Euer Kind vor einem Trauma zu bewahren, ist die Dokumentation und die Bereitschaft zum Gespräch.

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Author: Sarah Wiedenhöft

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