Was kostet eigentlich dieses Projekt, Frau Dr. Simon ???

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Das Jobcenter in Leipzig will nach eigener Aussage, Alleinerziehende unterstützen, in die Arbeitswelt zurück zu finden. Zu diesem Zweck haben sie gemeinsam mit der Consulting Innovation Training GmbH ein neues Projekt ins Leben gerufen. “Jobs und Kids in Balance” schimpft sich diese neu gegründete Maßnahme und sie soll Alleinerziehende in den Arbeitsalltag zurückführen. Und wie genau machen sie das? Ja. Das ist eine spannende Frage … 

 

Auf der Internetseite des Jobcenters Leipzig kann ich dazu keinerlei Informationen finden. Auch auf der Seite des Trägers ist von dem Projekt keine Rede. Oder aber, es ist sehr gut versteckt … Was das Selbe ist. Das geht ja schon einmal interessant los, denke ich mir. Diese Menschen, die in unserem modernen Informationszeitalter noch nicht begriffen haben, dass sich heute alles im Internet abspielt, wollen mir und anderen Alleinerziehern also beibringen können, wie man in die moderne Arbeitswelt zurückkehren kann?? Nun gut, keine Vorurteile. Erst einmal weiter informieren. Ich recherchiere also weiter und kann einiges an Pressemeldungen zum Thema finden.

So kann ich in Erfahrung bringen, dass zu der ersten Informationsveranstaltung etwa 25 Alleinerzieher erschienen sind. “Auch Männer!”, bemerkt die Geschäftsführerin des Leipziger Jobcenters, Simone Simon und findet das “bemerkenswert”. Offenbar hätten alleinerziehende Männer die selben Schwierigkeiten wie alleinerziehende Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Und weiter: “Wir haben in unserer Arbeit schon eine Menge Erfahrungen mit Alleinerziehenden sammeln können.”, behauptet der Geschäftsführer der ciT Gmbh, Peter Zimmermann. Aha.

Dass die Schwierigkeiten Alleinerziehender in Deutschland aber vordergründig ein politisches Problem sind, verursacht durch unangepasste Berufszeiten und Betreuungsmodelle, scheint den Herrschaften bisher allerdings entgangen zu sein. Das Problem ist kein Genderfall, sondern findet seine Ursachen in der schlechten Familien-, Arbeits- und Bildungspolitik unseres Landes.

Viel über den Ablauf den 12-monatigen Pilotprojektes kann ich leider nicht herausfinden. Einziger Teil des Programms, den Simone Simon stolz in einem Interview mit einer Leipziger Tageszeitung verkündet, ist Schritt 1:

“Motivation und Engagement ist das erste. Für viele Teilnehmer wahrscheinlich wichtiger als die fachliche Weiterbildung.”

Sieh mal einer an. Bei allem was mir als Alleinerzieherin über Alleinerzieher bekannt ist, kann nicht die Rede davon sein, dass Motivation und Engagement fehlen würden. Im Gegenteil. In der Regel würden Alleinerzieher Berge versetzen, um wieder arbeiten zu können. Es fehlt weder an Motivation, noch am Engagement. Bei so viel Missverständnis seitens der Organisatoren des Kurses entstehen bei mir Zweifel, ob sie das letzte Ziel – Aufnahme eines Berufes – jemals erreicht werden kann.

Und mal angenommen, das ganze funktioniert wirklich und alle Teilnehmer des Kurses finden am Ende zurück in die Berufswelt.
Dann haben 18 Alleinerziehende (denn das ist die vorgesehene Teilnehmerzahl für das gesamte Jahr!) in einem Jahr endlich wieder Arbeit! 18 von 9.245 alleinerziehenden Arbeitslosen in Leipzig (Quelle: Leipzig.de) !!!

Ich schließe mit dem Statement der jobcenter-Cheffin Leipzig, Dr. Simone Simon:

„Sehr häufig liegt Langzeitarbeitslosigkeit vor. Das heißt, wir sind lange aus dem Beruf raus … äh Berufsrückkehrerinnen, die also aus der Erziehungsphase zurückkommen, denen fehlt ein Stück weit der Anschluss – und da sind wir behilflich und geben Informationen über die unterschiedlichsten Informationsveranstaltungen, aber vor allem immer den Weg ins Arbeitsleben wieder zu ebnen.“

Aha! Na dann: Viel Erfolg, Frau Dr. Simon.
Wenigstens das Auskommen der ciT Gmbh ist ja mit diesem Projekt gesichert!
Und das ist übrigens ihre Namensvetterin, Frau Simon. Wäre das nicht auch der richtige Song für ihre Veranstaltung?

SIMONE SIMON – EIN NEUER TAG EIN NEUES GLÜCK

 

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Author: Sarah Wiedenhöft

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