Wählen für Alleinerziehende

Ich habe mir die Mühe gemacht, die Wahlprogramme der Parteien in Hinsicht auf ihre familienpolitischen Ziele zu untersuchen, um herauszustellen, welche Partei für Alleinerziehende am ehesten wählbar ist. Dies hier ist keine Wahlempfehlung. Ich vergleiche lediglich Fakten. Ich bin kein Freund unserer parlamentarischen Demokratie. Warum ich der Meinung bin, dass wir trotzdem wählen sollten, klärt dieser Text.

Quelle dpa

Quelle dpa

Ich gehöre zu den Menschen, die am liebsten gar nicht wählen gehen würden. Weil ich nicht glaube, dass eine Gesellschaft auf diese Art und Weise regiert werden kann, weil ich die Verteilung der Ministerien aufgrund einer Zugehörigkeit zu einer Partei anstatt der Expertise für einen groben Fehler halte. Ich bin außerdem der Meinung, dass ein Parlament zu sehr dem Wirtschafts-Lobbyismus ausgesetzt ist und dass Parteien innerhalb dieses Systems kaum eine Wahl haben, zu ihren Kernthemen bedingungslos zu stehen. Ich werde trotzdem wählen gehen, denn ich habe nicht die Wahl, ein neues System zu bekommen. Aber ich habe die Wahl, wer innerhalb dieses Systems die Weichen zu einem neuen wird stellen können.

Darum habe ich überlegt, welche Themen mir die wichtigsten sind. Und als Alleinerziehende fiel es mir sehr leicht, mich für eine Partei zu entscheiden. Ich entschied mich für eine Partei mit einem schlechten Ruf und ich hatte das Gefühl, dass man das vermutlich nicht öffentlich äussern sollte. Inzwischen habe ich mit vielen verschiedenen Menschen gesprochen. Ärzte waren darunter und ein erzkonservativer plastischer Chirurg. Ein Pastor, eine Lehrerin und KindergärtnerInnen. Menschen also, denen ich es nie zugetraut hätte, dass sie DIE LINKE wählen würden. Doch genau das haben sie vor. Und genau das habe übrigens auch ich mit meiner Zweitstimme vor.

Was dafür spricht

Im Wahlprogramm der Linken kann ich einiges finden, das ich mir wünsche. Von höheren Ausgaben für unser Bildungssystem ist da die Rede, von Chancengleichheit und von der Aufwertung pädagogischer Arbeit. Betreuung und Bildung soll für alle kostenlos werden. Die Linke steht für die totale Inklusion und möchte Gemeinschaftsschulen für alle schaffen. Die pädagogischen Fachkräfte sollen einen höheren Besoldungsstandart erhalten. BaFöG wünscht sich die Linke elternunabhängig und bedarfsgerecht, die Hochschulen wollen sie von ihrer Bindung an Unternehmen lösen, Studiengebühren sollen abgeschafft werden. Im Bereich der Bildung und der Erziehung ist die Linke die einzige Partei, die für bedingungslose Gleichstellung eintritt.

Sie stehen ein für einen Mindestlohn und für die Beseitigung von Hartz IV. Kurzfristig wollen sie den Satz auf 500 Euro erhöhren. Langrfristig sprechen sie von einem Konzept, das jedem Menschen ein Existenzminimum von mindestens 1050 Euro monatlich sichern soll. Der Mindestlohn soll bei 1500 Euro monatlich liegen. Teile der Linken sind Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens.

Den Nahverkehr wollen sie mit Sozialtickets und Subventionen für alle zugänglich machen, Zwangsräumungen durch neue Gesetze verhindern und familienpolitisch scheinen sie für mich tatsächlich die einzig wählbare Partei für Alleinerziehende zu sein. In keinem anderen Programm geht man überhaupt so ausführlich auf diese Menschen ein.

Familie ist da, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen, egal, ob als Lebensgemeinschaft, Einelternfamilie, als Klein- oder Großfamilie, als Ehepaar, als Mehrgenerationenhaushalt oder in anderen Formen der Gemeinschaft. Familie ist, wo Menschen, egal welcher sexuellen Orientierung, füreinander da sind.

So heißt es im Wahlprogramm und konkret bedeutet das:

Flexible Öffnungszeiten von Kinderbetreuungsstätten, Eltern sollen einen Kündigungsshutz erhalten, der bis zum sechsten Lebensjahr ihres Kindes gilt, kostenfreie Weiterbildungsangebote für Eltern, die für die Familienplanung aus dem Beruf ausgestiegen sind, Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften, Alleinerziehende soll doppelt solange das Elterngeld ausgezahlt werden, Väter dabei unterstützt werden, in die Erziehungszeit integriert zu werden. Familienleistungen dürfen nicht an Hartz IV angerechnet werden, fordert die Linke und sie setzen sich ein für eine höhere Grundsicherung für alle Kinder. Das Existenzminimum für Kinder soll um 200 Euro erhöht werden und die Steuerungerechtigkeiten für Alleinerziehende sollen abgeschafft werden.

Als Alleinerziehende und als Mensch, der sich für Inklusion und Chancengleichheit stark macht, sehe ich für mich keine andere Wahl, als mit der Zweitstimme für DIE LINKE zu stimmen. Die CDU übrigens wäre die schlechteste aller Wahlen. In ihrem Wahlprogramm finden wir quasi gar nicht statt. Ein einziger Satz nur steht da, der gar nichts sagt außer:

Wir legen ein besonderes Augenmerk auf die Bedürfnisse von Alleinerziehenden, denen wir gezielt Rechnung tragen wollen.

 

Was dagegen spricht

Dagegen spricht gar nichts. Dass andere Parteien immer wieder davon sprechen, nicht mit der Linken gemeinsam regieren zu wollen, spricht für DIE LINKE. Denn während alle anderen Parteien offenbar nicht an ihre eigene Wählbarkeit glauben und sich darum nur noch als Koaltionspartner der CDU sehen können, steht die Linke eben zu ihren Inhalten. Im ZDF-Parlameter kann man immer sehr gut nachvollziehen, welcher Abgeordneter wie abgestimmt hat, wenn es um neue Beschlüsse geht. Die Linke stimmt ab, wie sie verspricht. Über die anderen Parteien kann dies nicht so bedingungslos behauptet werden. Genau das macht DIE LINKE zu einer perfekten Oppositionspartei.

Auch dass die Partei unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht, kann in Anbetracht ebendieses Verfassungsschutzes nicht ernstgenommen werden. Für diesem Verfassungsschutz arbeiten Menschen mit einschlägiger NS-Vergangenheit , vom NSU ganz zu schweigen.

Der piefige Kommunismus

Was der Linken auch noch anhaftet, ist dieses Image des Marxismus, das gerne kommt in Verbindung mit einer Vorstellung von einem Pfeife rauchenden dreckbärtigem Mann mit einem Hang zum Irrationalen. Bestimmt ist dieser Typus auch irgendwo in den Reihen der Partei zu finden, er spielt für mich als Wähler jedoch ebensowenig eine Rolle wie jedes andere Individuum des politischen Betriebs. Ich entscheide mich mit einer Wahl der Linken immer noch für dieselbe parlamentarische Demokratie und brauche mich nicht vor einer sozialistischen Umwälzung zu fürchten, wie ich sie aus China kenne oder der DDR oder anderen, fälschlich als sozialistisch oder kommunistisch ausgewiesenen Systemen. DIE LINKE würde uns aus dem selben Parlament regieren wie die CDU es heute tut. Davon abgesehen ist mit einem Wahlsieg der Partei wohl eher nicht zu rechnen. Wir sollten sie uns aber dringend als starke Opposition wünschen. Umso mehr Sitze DIE LINKE im nächsten Bundestag erhält, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die oben genannten Forderungen Gehör erhalten. Und nachdem ich alle politischen Forderungen aller großen Parteien studiert habe, komme ich zu dem Schluss, dass nur die konkreten Thesen der Linken mich überzeugen konnten.

 

Hier findet Ihr das ganze Programm. Und hier alle anderen Programme.

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Author: Sarah Wiedenhöft

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28 Comments

  1. ich kann dir nur zustimmen, genau das habe ich dieses jahr zum ersten mal getan… den jede andere Partei ist unwählbar für mich!

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    • schade, dass die Wahl bereits Geschichte ist, aber danke: Interessanter Artikel! Nur über 1.000 Euro Hartz4 ist mir (als hart arbeitende Alleinerziehende) zu viel. Ich denke, wenn man es klug genug anstellt, kann man auch als Alleinerziehender ganz gut (über)-leben. Hier hab ich bspw. ganz interessante Tipps gesehen: http://wir-sind-alleinerziehend.de/finanzielle-hilfe/ – vor allem das mit den Kinderbetreuungskosten klingt sehr interessant. Was sagt ihr dazu?

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  2. Ja, ich oute mich auch. Ich werde DIE LINKE als für mich als Alleinerziehende geringstes Übel wählen.
    Von den Grünen fühle ich mich in meiner Situation kläglich verraten. Und von dem Rest braucht man gar nicht zu sprechen.

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  3. hallo, nur eine kleine korrektur, nicht weil ich gerne
    klugscheiße, sondern um anderen klugscheißern, die den Artikel
    evtl. wg der Wahlentscheidung angreifen wollen, den Wind aus den
    Segeln zu nehmen: Die Linke wird Sitze im bundestag und nicht im
    Kabinett erringen. Johannes

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    • Vollkommen richtig. Und Lobbyismus ist nicht perse schlecht. Ich muss gleich noch einmal überarbeiten. Danke für die Kritik.

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  4. das Programm ist sicher gut und ausgeglichen. es steht auch
    für alles was ich mir vorstelle in einer besseren welt.allerdings
    hat die linke mich in ihrer 9-jährigen koalitionsarbeit in berlin
    maßlos enttäuscht. 9 jahre zeit,berlin besser und schöner, sozialer
    und gerechter zu gestalten.stattdessen wurden so gut wie alle
    landeseigenen wohnungen verkauft und wohnungsbaugesellschaften
    privatisiert,sanierungsgebieten der spezielle mietschutz entzogen,
    jugendclubs geschlossen, öffentliche grundstücke/freiräume an
    irgendwelche investoren verkloppt usw…den schulen wurde ohne
    personelle aufstockung das tolle konzept des
    jahrgangsübergreifenden lernens kaputtgespart, ach und noch soviel
    mehr.für mich haben sie leider auf regionaler ebene, also an der
    basis wo man politik direkt spürt, versagt.

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    • Hallo, Jane! Leider stimmt kaum was von dem, was Du
      schreibst. In der rotroten Zeit hier in Berlin wurde 2003 – also
      weit bevor es Wohnungsknappheit und Verdrängung gab – eine
      kommunale Wohnungsgesellschaft, die GSW, verkauft und keinesfalls
      “so gut wie alle landeseigenen Wohnungen”. Das ist zwar blöd
      gewesen, aber eben nur eine. 2006 ist im zweiten Koalitionsvertrag
      sogar der Stopp jeglicher Privatisierungen von Wohnungen oder
      anderen Unternehmen der sogenannten Öffentlichen Daseinsvorsorge
      beschlossen worden – auf Betreiben der Linken. Jugendclubs werden
      wenn dann nicht vom Senat, sondern von den Bezirken finanziert; das
      jahrgansübergreifende Lernen, ebenso wie die Gemeinschaftsschule
      überhaupt erst durch RotRot eingeführt… Warum schreibst Du
      sowas?

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      • Hallo Leon – in manchem hat Jane durchaus nicht unrecht. Ich zitiere aus “Mietenstop.blogspot” von 2011:

        “Ob die Privatisierung der GSW oder der investorenfreundliche Sparkassenverkauf, ob kleinteilige Immobiliengeschäfte über den Liegenschaftsfonds oder die großflächige Betonierung der Spreeufer – die Berliner Linkspartei war sich in den letzten Jahren für wirklich nichts zu schade.” (der blog ist leicht zu finden, wer nachlesen möchte. Sogar ich hab ihn gefunden^^.)

        Daher hat die Linkspartei in Berlin unter Klaus Lederer auch ihre Stimmen von 22,7% 2001 auf 11,7% fast halbiert. Wie dem auch sei – das, was Jane anspricht, war eine Politik, für die speziell die Berliner Linke mit Wowereits SPD stand.
        Mit der Bundestagswahl hat das zum Glück nichts zu tun, denn diese Politik in Berlin hätte ich z.B. auch nicht gewählt.

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  5. Sachlich ist das sicherlich richtig, wofür die Linke aber
    tatsächlich einsteht sind eben Marxismus und Stalinismus. Habe das
    selbst erlebt als es um die Fusion der WASG und der Linkspartei
    ging. Wenn ein Mitglied der Linkspartei beispielsweise sich
    vorstellte und sagte “Hallo, ich bin xyz und ich bin überzeugter
    Stalinist” dann wurde auf Seiten der Linkspartei ausschließlich
    _geklatscht_. Diese Partei ist von daher schlichtweg unwählbar.
    Natürlich schreiben sie das nicht ins Parteiprogramm – weniger
    Wähler heißt ja immer auch weniger
    Wahlkostenrückerstattung.

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    • What a terrible joke, Mario! Du willst die Fusion von WASG
      und Linkspartei erlebt haben? Eine solche Fusion hat nie
      stattgefunden. Das mit dem Beifall für „ich bin überzeugter
      Stalinist“ ist genauso glaubhaft. @Jane: Die Bilanz der PDS bzw.
      der Linken in Berlin finde ich auch ziemlich trübe. Das mindeste,
      was man sagen kann, ist, daß sie ihre Chancen nicht genutzt haben.
      Also ist es doch gar nicht nötig, die Tatsachen auch noch
      aufzubauschen: Privatisiert wurde EINE Wohnungsbaugesellschaft,
      nicht DIE Wohnungsbaugesellschaften. (Wenn Du jetzt sagst „Diese
      eine ist schon zuviel!“ stimme ich Dir übrigens zu.) Folglich
      wurden auch nicht „so gut wie alle“ landeseigenen Wohnungen
      verkauft, sondern (Bestand der privatisierten WSG plus
      „Einzelverkäufe“ aus den Beständen der anderen Gesellschaften
      zusammengerechnet) etwa ein Drittel. Wieder: Das ist schon zuviel.
      Übrigens sieht es in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg nicht
      wesentlich anders aus. Deshalb ist die Linke in der Opposition
      besser aufgehoben, da hat Maike völlig recht. Dort aber sollte sie
      ruhig stärker als bisher sein; vielleicht bringt das SPD und Grüne
      doch noch mal zum Nachdenken …

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    • wie oft hast du so etwas erlebt? der bruch mit dem
      stalinismus ist gründungskonsens schon der pds gewesen. im übrigen
      gabs keine fusion der wasg und der linkspartei, sondern eine von
      wasg und pds. aber das nur am rande…

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    • @Mario: Das ist ja wohl kompletter Unsinn was sie
      schreiben. Abgesehen von vielleicht ein paar bedeutungslos
      verirrten Einzelfällen beüfwortet NIEMAND in der Partei den
      Stalinismus.

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    • Marxismus, o.k. Aber zum Stalinismus bekennt sich dort wirklich niemand mehr, schon in der Vor- Vorgängerorganisation SED seit knapp 50 Jahren nicht mehr. Guten Morgen! Man wird auch kaum einen Leninisten in dem Laden mehr finden. Es ist das Modell der “Gauche plurielle”, die heute eigentlich alles umfasst, das nicht explizit neoliberal oder neoliberal-konservativ ist. Wer sich noch vor 30 Jahren im Arbeitnehmerflügel der Union wohlgefühlt hätte, wäre heute z.B. bei der Linkspartei richtig aufgehoben. So haben sich die Koordinaten im vereinigten Deutschland verschoben.

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  6. Finde das jetzt ein bisschen komisch, das groß als
    “Vergleich von Programmen” anzukündigen, und dann auf ein Programm
    (LINKE) und einen Satz (CDU) einzugehen. Ich kenne als grünes
    Parteimitglied unser Programm einigermaßen, und sehe da
    familienpolitisch ziemlich ähnliche Aussagen wie die hier zitierten
    von der LINKEN. Ein Vergleich verschiedener Programme hätte das zu
    Tage gebracht. Klar – wir wollen mehrheitlich kein Grundeinkommen,
    und wir sind in unseren sozialpol. Forderungen etwas
    zurückhaltender als die LINKE. Aber einfach ignorieren –
    schräg.

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    • Lieber Till, das ist ganz einfach. Die Grünen sind mir beim
      erwähnten ZDF Parlameter zu häufig als opportun aufgefallen. Zu
      viel Gerede, zu wenig Handlung. Atomkonsens ist da ein Stichwort
      oder der Kossovo oderoderoder. Tut mir leid. Da steckt mir zu viel
      von dem drin, warum ich nicht an diese Regierungsform
      glaube.

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      • Und was hat das bitte mit kluge/schlechte Wahl für Alleinerziehende zu tun? Kann mensch ja so sehen (auch wen es falsch ist …) – aber ein “Vergleich” zwischen LINKE und CDU ist kein Blick in Wahlprogramme!

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        • Der Text gibt eigentlich alle Antworten. Die Autorin sagt, dass sie in alle Wahlprogramme geschaut hat, nicht, dass sie dir hier eine Analyse der einzelnen Parteien bietet.
          Besser ist die Wahl, weil trotz einiger übereinstimmenden Punkten, die Zuverlässigkeit der Grünen in Frage gestellt wird. Und da der Parlameter nicht anzuzweifeln ist, überzeugt mich das Argument.
          Dieser Kommentar von Volker Pispers bringt den Unmut gegenüber den fünf großen Parteien (CDU, CSU, SPD, FDP & Grüne) ganz gut auf den Punkt:
          http://www.youtube.com/watch?v=t1j1A4KpMbA

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        • Da schließe ich mich voll und ganz Cans Antwort an und wundere mich, dass Du das offenbar einfach überlesen hast. Deine Reaktion wirkt übrigens am ehesten beleidigt. Soll das so?!

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  7. Das was für Alleinerziehende erstes Anliegen sein muss, ist
    das bedingungslose Grundeinkommen. Denn nur mit einem
    Grundeinkommen gibt es wieder Gerechtigkeit für Menschen, die nicht
    als klassische Familie leben. Autonomie auf dem Arbeitsmarkt,
    Freiheit zu wählen zwischen Zusatzverdienst oder Kindererziehung.
    Wahlfreiheit zwischen der klassichen Mutterrolle oder der
    klassischen Vaterrolle oder allen Lebenkonzepten dazwischen wird es
    mit der konservativen Linken nicht geben. Bedingungsloses
    Grundeinkommen jetzt – von daher geht meine Stimme an die
    Piraten.

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  8. Achtung: Was ihr dabei überseht, aus meiner Sicht ist ganz
    wichtig: Ihr habt offensichtlich alle keine Ahnung was im
    Hintergrund passiert: EZB kauft seit Monaten Staatsanleihen die
    nichts Wert sind, die EZB gibt billiges (0,50%) an die Banken. Fast
    alle großen Banken in den Südländern sind kurz vor dem Kollaps.
    Letzte Woche meldet Slowenien Ansprüche an Bankenrettung. Vor drei
    Wochen meldet Spanien, dass deren Bad-Bank 186Mrd€ fauler
    Immobilienkredite angesammelt hat. Auf EU- Ebene wurde die
    Bankenhaftung für alle Europäischen Banken weitestgehend
    beschlossen. In allen anderen EU-Ländern steigt die
    Arbeitslosenquote. Griechenland hat, trotz Rettungsschirmen und
    100Mrd.€ Schuldenschnitt, die Staatsverschuldung noch weiter hoch
    getrieben. Betrifft euch nicht? Aber bald: Deutschland kann die
    zusätzlichen Ausgaben nicht mehr lange verschleiern: Rating sinkt:
    Refinanzierung wird sprunghaft teurer, Einsparungen müssen
    erfolgen: und wo? Richtig bei dem größten Ausgaben Posten Arbeit-
    und Soziales, genau: bei euch!!! Wenn wir unseren Standard in
    diesem Land halten wollen müssen wir weitere Verbindlichkeiten in
    den Euro verhindern: Die einzige Partei die dafür steht und die
    Debatte wagt ist die Alternative für Deutschland, AfD Echte
    ungeschönte Nachrichten z.B. hier:
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/

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    • Achtung! Was Du gerade übersiehst ist, dass die deutschen Wirtschaftsnachrichten keine seriöse Quelle sind. Sie verlinken zum Beispiel auch gerne Inhalte des KOPP-Verlags. Dazu ist zum Beispiel dieser zapp-Beitrag sehr hilfreich: http://www.youtube.com/watch?v=nK0ZUh8JHvs

      Die afD ist familienpolitisch betrachtet eine Katastrophe. Außerdem bezieht sie sich gerne auf Verschwörungsmedien wie die auch in Deinem Text verlinkten deutschen Wirtschaftsnachrichten.

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    • Liebe/r ?,

      gegen die Piraten sprechen für mich genau zwei Gründe. Das eine ist diese Geschichte hier. Und das zweite Problem zwischen mir und dieser Partei steht in ihrem Wahlprogramm:

      Für die von uns angestrebte Reform müssen die im Urheberrecht verankerten Rechte der Allgemeinheit, die sogenannten Urheberrechtsschranken, deutlich ausgeweitet werden. Ferner muss die Geltungsdauer des Urheberrechts abgesenkt werden. Die
      derzeitige Dauer von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers führt den Sinn des Urheberrechts, nämlich den Urheber an sich zu schützen, ad absurdum, weil kein Urheber persönlich etwas davon hat, wenn sein Werk bis weit nach seinem Tod geschützt ist.

      Als Urheberin stimme ich überhaupt nicht zu und fühle mich überrumpelt. Wieso kann dieses Programm mir als Urheberin sagen, ob ich persönlich etwas davon habe? Das ist Bevormundung und ein Vorurteil. Die Piraten sind für mich außerdem noch aus vielen anderen Gründen nicht wählbar. Ihr Programm ist mir zu kurz gedacht.

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  9. Ich finde, nachdem ich lange mit Leuten vieler Parteien geredet habe, das Klischee vom “dreckbärtigen Mann mit einem Hang zum Irrationalen”, dem bösen “Stalinisten”, falsch. Ich traf hunderte, teils obercoole SelbstdarstellerInnen vieler Parteien 2009-2013. Aber nirgendwo so einen Klischeemann. Das ist Minderheiten-Draufhauen, alle lachen, niemand kennt so einen, und man ist so coolcool. Bei taz (da war es mal jahrelang jede Woche drin) bis Welt und BILD gibt es das doch schon im Übermaß, seit Jahren, nicht wahr?

    Es gibt in der Linkspartei durchaus demokratische Sozialistinnen, etwa Katharina Schwabedissen, und ich wüßte nicht, was dagegen spräche, sie hat prima Argumente. Und keinen “Dreckbart”^^ (Bärte haben dagegen alle auf den Werbeplakaten seit Monaten, die wählen aber eher SPD, Grüne, CDU oder FDP).

    Ich finde den blog-Eintrag sonst sehr schön. Tatsächlich könnten viele Leute, die leider nicht wählen gehen, die Linke nur zu gut brauchen. Würden das alle tun, die ihre Politik persönlich bräuchten, hätten die Linken wohl 25%.

    Freut mich auch, daß Sie einen Arzt kennen, der links wählt – 2009 wählten 56% der niedergelassenen ÄrztInnen FDP und 24% CDU…auch in meiner Familie. Die Argumente klangen furchtbar, das war “Sozialneid von oben”. Grüßen Sie diesen Arzt, ich wähl die Linke auch^^.

    Und zum post von Piratenanhänger/in über mir: ja, inzwischen haben die Piraten auch viele gute Ideen. Sie versuchten vielleicht nur zu lange, sich auch noch dieser erstarrten “Mitte” anzubiedern, in der es aber schon zuviele schlechtere Parteien gibt. “Wir sind weder links noch rechts”, sagte Schlömmer immer – und diesen Standardspruch sagt heute sogar die rechtspopulistische AfD (eine furchtbare Partei.) Wir haben grade so viele Probleme, weil zuviele zu lange so taten, als wäre alles “alternativlos” gut und es gäb links und rechts nicht mehr. Die gingen wohl nie ausm Haus^^…

    Beide, Linkspartei und Piraten, ergänzen sich glaube ich gut? Und 2017 sind beide auch im Bundestag, hoffe ich^^. Danke für den insgesamt wirklich schönen Eintrag! Werd ich gleich weiterschicken.

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    • Lieber Georg,

      ich finde dieses Bild doch auch falsch. Genau das sagt der Text doch. Dass dies die Vorstellung einiger Menschen ist, und dass dieses Vorurteil sie davon abhält, die Linke zu wählen. Als schwächeren Oppositionspartner zum Beispiel, könnte ich mir die Piraten übrigens auch vorstellen und ich muss insgesamt noch einmal alle Kommentierenden darauf hinweisen, dass mein Text immer nur von der Zweitstimme spricht.

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  10. Sehr schön geschriebener Artikel!

    Ich wähle ebenfalls die LINKE!
    Und zwar unter anderem aus den genau von dir genannten Gründen.
    Schaut doch auch mal was in der Altenpflege passiert, das ist einfach eine Frechheit was da im Moment passiert.
    In Deutschland werden die Arbeiter und Arbeiterinnen ausgebeutet und gleichzeitig wird Personal aus den Philippinen angeworben!!!

    Und wie du schon richtig herausgestellt hast: Es geht darum die Linke in der Opposition zu halten und dort stark zu machen.

    Meine Prognose für den Sonntag: Ganz klar große Koalition mit Merkel als Kanzlerin.
    So wird es zu 99,999% kommen und da ist es doch ganz klar das wir die richtigen Stimmen aus der Opposition halten!

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  11. Ich wähle DIE LINKE auf keinen Fall, weil ich bei meiner Familie blieb, bis unsere Kinder 17 und 19 Jahre alt waren. Das war 1997. Zum Ausgleich hatte ich bis vor einem halben Jahr einen Nachbarn und einen Vermieter, die beide DIE LINKE wählen. Die beiden machen durch ihre aktive Mitarbeit in der Partei mehr als wett, was ich überhaupt durch meine beiden Stimmen ausrichten könnte.

    Jetzt, wo unsere Kinder erwachsen sind, wähle ich die “Eisbrecher-Partei”, damit die Mandatsträger für ihre Mandanten nach dem 22. September 2013 den Deutschen Reichstag aufmischen und etwas Bewegung in die Lobbykratie unter der Glaskuppel bringen.

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    Hans Kolpak
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