So bekommt Ihr die Leistungen, die Euch zustehen !

Und OB! Jawohl! Sowas von!

Und OB! Jawohl! Sowas von!

Ich habe nun mein Widerspruchsschreiben an das Amt verfasst und möchte es Euch gerne ans Herz legen für den Fall, dass Ihr eine ähnlich unbegründete Absage erhalten habt. Das Gesetz fordert für einen Antrag auf diese Leistungen keinerlei Nachweise. Entscheidend ist einzig und allein:

✩ mind. ein Kind
✩ man muss Bezieher folgender Leistung sein: Hartz IV (Leistungen nach SGB II), – Sozialhilfe (Leistungen nach SGB X), – Wohngeld, –
Kinderzuschlag zusätzlich zum Kindergeld. Haushalte, die keine Hartz-IV-Leistungen oder Sozialhilfe bekommen, weil ihr Einkommen
knapp über der Anspruchsgrenze liegt, können unter Umständen ebenfalls einen Leistungsanspruch haben.

Sobald diese Punkte gegeben sind, ist man berechtigt, Leistungen aus dem Bildungspaket zu erhalten.Das Gesetz verpflichtet einen zu keinerlei Nachweisen. Dieses Geld steht Dir automatisch zu, sobald Du einem der oben genannten Punkt entsprichst. Lass Dich also auf keinen Fall abwimmeln oder zu irgendwelchen Nachweisen zwingen. Niemand braucht einen Beweis dafür, dass beispielsweise ein Hartz IV-Empfänger kein Geld hat für den Tennisverein! Lass Dich nicht entmutigen! Du brauchst keine Nachweise. Du bist perse im Recht.

Darum gestaltet es sich auch letztlich so einfach, das Widerspruchsschreiben zu formulieren. Unser Schreiben muss lauten:

“Sehr geehrte Damen und Herren,
Hiermit lege ich Widerspruch ein gegen die Ablehnung meines Antrags auf Leistungen aus dem Bildungspaket. Als Empfängerin von Hartz IV (wahlweise: Wohngeld, sonstige soziale Leistungen) bin ich berechtigt, diese Mittel zu erhalten.”

Das war es auch schon. Diesen Brief am besten gleich direkt vorbei bringen.  Den Empfang mit Stempel und Kopie bestätigen lassen und dann nach Hause gehen und auf das Geld warten. Wer vor lauter Widersprucheinlegen und Antragstellen und dem Stress des Alltags inzwischen komplett den Durchblick verloren hat, kann sich auch von einer Beratungsstelle unterstützen lassen. Beratungsstellen für HARTZ IV gibt es inzwischen in fast jeder Stadt.  Auf dieser Internetseite findet Ihr eine Beratungsstelle in Eurer Nähe.

Ich wünsche Euch viel Erfolg und Durchsetzungsvermögen. Ihr seid im Recht! Lasst es Euch nicht nehmen!
Bisher nehmen gerade mal 50% der Berechtigten dieses Recht an und haben ihren Zuschuss beantragt. Die restlichen 50 % haben davon noch nicht einmal etwas mitbekommen. Erzählt also allen davon, denen es zusteht, stellt Eure Anträge und setzt Widerspruchsschreiben auf. Und um das Erbringen irgendwelcher Nachweise von vorne herein auszuklammern, benutzt nicht das Formblatt für den Antrag, sondern formuliert selbst. Und zwar so:

___________________________________
Vorname / Name
___________________________________
Straße und Hausnummer
____________________________________
PLZ und Ort

An

Betr. Bildungspaket / Nachzahlung

Hiermit beantragen ich / wir

___________________________________________________________________________
[Einfügen: Namen der volljährigen Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft]

– auch für unsere Kinder ___________________________________________________ und

___________________________________________________
[Einfügen: Namen der minderjährigen Kinder] –

uns folgende Leistungen nachzuzahlen:
Wir beantragen die Übernahme der Mehraufwendungen für die gemeinschaftliche Mittagsverpflegung seit dem 1.1.2011 in Form einer Geldleistung bis zur Einführung von Gutscheinen und die Weiterbewilligung für 2011. Es sind pro Monat und Kind 26 Euro zu bewilligen.

Wir beantragen die Übernahme der Kosten für Vereinsmitgliedschaften und Ähnlichem seit dem 1.1.2011 in Form einer Geldleistung bis zur Einführung von Gutscheinen und die Weiterbewilligung für 2011. Es sind pro Monat und Kind 10 Euro zu bewilligen.
Nachweise bringen wir nicht bei, weil: Unser Leistungsanspruch ist nicht an die vorgeschriebenen Verwendungsformen wie Mitgliedsbeiträge für Vereine, künstlerischen Unterricht und Freizeiten gekoppelt. Vielmehr stellt es die Vorschrift den Leistungsberechtigten frei, wie sie die Teilhabe ihrer Kinder im Zeitraum 1. Januar bis 31. März sichergestellt haben. Folglich können auch keine Nachweise für bestimmte Aktivitäten der sozialen Teilhabe verlangt werden.

Die Nachzahlung für eine gemeinschaftliche Mittagsverpflegung in Höhe von 26 Euro pro Monat und Kind ist in § 77 Abs. 11 Satz 1 geregelt. Dort wird abschließend nur eine Anspruchsvoraussetzung genannt: Ein Leistungsanspruch besteht, wenn das Kind eine Schule (oder Kita/Hort) besucht, “an der eine gemeinschaftliche Mittagsverpflegung angeboten wird”. Diese Bedingung ist in unserem Fall erfüllt, da an der Schule/Kita//Hort die mein Kind/unsere Kinder besucht, besuchen, ein Mittagessen angeboten wird.

 

Viel Erfolg und setzt schon mal das Widerspruchschreiben auf!

Flattr this!

Author: Sarah Wiedenhöft

Share This Post On