Sein oder Unglücklichsein, das ist hier die Frage …

Ich möchte Euch heute ein Buch ans Herz legen, das ich für die Recherchen zu meinem Buch genutzt habe.

Gleichheit ist Glück – Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind

, erschienen bei Zweitausendeins von den Wissenschaftlern Richard Wilkinson und Kate Pickett. In ihrem Buch fassen sie 400 Studien zusammen und zeigen anhand statistischer Daten von der WHO, der UN, der Weltbank, dem OECD und anderen seriösen Quellen, dass  Probleme wie zB.Drogen- und Gewaltdelikte, Teenagerschwangerschaften und jugendliche Gewaltbereitschaft  in einem direkten Zusammenhang stehen mit dem Grad der Einkommensgleichheit eines Staates. Anhand umfassender Forschungsergebnisse stellen sie anhand einfacher Grafiken eindrücklich dar, was die meisten von uns intuitiv schon lange wissen:

Je größer die Einkommensgleichheit in einem Land, desto größer die Lebensqualität der Menschen.
Je kleiner die Einkommensgleichheit, umso grausamer die daraus resultierenden Lebensverhältnisse.

Kate Pickett und Richard Wilkinson, "Gleichheit ist Glück", Verlag ZWEITAUSENDEINS

Kate Pickett und Richard Wilkinson, “Gleichheit ist Glück”, Verlag ZWEITAUSENDEINS

So überprüfen sie die Weltstaaten zunächst auf ihre Einkommensgleichheit und vergleichen diese Ergebnisse schließlich mit den Erhebungen zu Gewaltverbrechen, Drogendelikten, etc. Aber auch zu dem Vertrauen der Menschen untereinander und ihrer Bereitschaft, einander zu unterstützen. Dabei stellt sich heraus, dass die Menschen aus Ländern mit größerer Einkommensgleichheit einander mehr Vertrauen schenken und sich weniger vor Übergriffen oder Fremden fürchten. Die Fremdenfeindlichkeit und die Angst vor Verbrechen gehen ebenfalls kongruent mit der Einkommensgleich- oder Ungleichheit einher.  Zusammengefasst kann man sagen, dass der Zusammenhalt der Menschen direkt von ihrer Statusgleichheit abhängt. Von all diesen Zahlen kann man ableiten, dass es also nicht nur die Ärmeren sind, die von mehr Gleichheit profitieren könnten, sondern auch die Reicheren, die sich weniger vor Übergriffen fürchten müssten.

Interview mit Richard Wilkinson zu seinem Buch von Michael Miebach in der Berliner Republik

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Author: Sarah Wiedenhöft

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