Neues von der Haasenburg

Die Petition zur Schließung aller Kinderheime der Haasenburg GmbH wurde gestern, Mittwoch, um etwa 17:00 offline genommen. Zunächst hatte ich geplant, sie umzuformulieren. Als jedoch eine neue und besser formulierte Petition auftauchte, beschloss ich, meine Petition zurückzuziehen und auf die andere Petition zu verweisen. Diese richtet sich an Länder- und Bundesministerien, Jugendämter, Landesjugendämter, Landes- und Bundesgesetzgeber und hat zum Ziel ein Gesetz gegen derlei “Erziehungspraktiken” durchzusetzen. Die internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH), von welcher die Petition stammt, will insgesamt gegen geschlossene Erziehungsheime vorgehen. Ich befinde mich mit den Petenten in Kontakt und wir helfen uns weiterhin gegenseitig bei der Informationsbeschaffung. Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn wir genügend Informationen zusammengetragen haben, möchte ich noch eine Petition aufsetzen mit dem Ziel, gesetzlich die Privatisierung von Erziehungseinrichtungen zu verbieten. Momentan konzentriere ich mich aber auf die Recherche und die Vernetzung mit Medien und Hilfsorganisationen. Ebenfalls konnte ich einen vertrauenswürdigen Abgeordneten des Landtages von Brandenburg als Kontakt gewinnen, der sehr an der Aufklärung der Sachverhalte interessiert ist.

Inzwischen hat sich auch eine Prüfungskommission gegründet, heißt es aus dem zuständigen Brandenburger Jugendministerium. Dabei sei man zwingend auf konkrete Hinweise von Jugendlichen angewiesen, die in den Heimen betreut wurden oder noch werden, hieß es. Die Betroffenen könnten sich ab sofort und auch vertraulich melden. Die taz indes rät zur Vorsicht. Niemand wisse, ob diese Kommission tatsächlich zur Aufklärung oder zur Vertuschung dienen solle. Ich habe mich an den Leiter des Ministeriums gewandt mit der Bitte um eine enge Zusammenarbeit. Bisher habe ich darauf keinerlei Reaktion erhalten und empfehle darum auch, diese Nummer erst einmal nicht anzurufen.

Wichtig für Betroffene

Betroffenen rate ich, sich dringend an öffentliche Stellen zu wenden mit ihren Berichten. Hierbei empfehle ich allerdings, behördliche Einrichtungen zu meiden und sich an sog. NRO (Nicht-Regierungs-Organisationen) zu wenden. Ich helfe auch gerne bei der Vermittlung einer solchen Anlaufstelle. Unter anderem der Verein für ehemalige Heimkinder hat mir zugesichert, dass man sich an sie wenden kann. Dieser Verein wird von ehemaligen Heimkindern geführt, deren Interessen sich eindeutig mit denen der Betroffenen decken. Auch bei Kontakten zur Presse mahne ich zur Vorsicht. Nicht jeder Journalist ist an einer Aufklärung interessiert, einige interessieren sich nur für gute Geschichten. Die Zusammenarbeit mit den falschen Journalisten könnte Betroffenen ebenfalls später zum Verhängnis werden. Ich möchte keine Ängste schüren, sondern zur Vorsicht mahnen. Ich bleibe weiterhin offen für alle Geschädigten, ich behandle jeden Kontakt empathisch und vertraulich. Ich veröffentliche auch nicht einfach die Geschichten, die ihr mir berichtet, sondern ich möchte Euch beraten und unterstützen.

Es ist wichtig, dass wir diese Vorwürfe aufklären. Helfen können dabei am meisten diejenigen unter uns, die leider persönliche Erfahrungen mit diesen Heimen machen mussten. Ich weiß, dass es sehr mutig ist, in einer solchen Sachlage, Hilfe einzuholen. Ich weiß das zu würdigen.

Wendet Euch bitte an mich unter: meike.buettner(at)gmail.com
oder an den Verein ehemaliger Heimkinder: Link

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Author: Sarah Wiedenhöft

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  1. #Haasenburg | Mutterseelenalleinerziehend - [...] In meinem letzten Beitrag über die…

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