Meine “Kommerzallergie”

Am 21. Oktober schrieb ich darüber, wie das Unternehmen dove sich in unsere Schulen drängelt. Ein paar Tage später erschien im Impulse Magazin online eine Kritik an dieser Haltung von Bloggerin Béa Beste. Sie nennt meine Kritik ein Symptom einer Kommerzallergie. Ich empfinde diese Bewertung als naiv. Für die Bildung ist der Staat zuständig und nicht die Unternehmen, sage ich.  Auf dem Foto seht Ihr mich unter anaphylaktischem Schock.

 

Die Kommerzallergie und ihre Auslöser

IMG_3632  In Deutschland herrscht ein seltsames Phänomen, schrieb impulse-INSIDERIN Béa Beste vergangene Woche. Die Kommerzallergie. Die Berliner Bloggerin Meike Büttner ist da ganz anderer Meinung. Sie sagt: Bildung ist Sache des Staates, nicht der Unternehmen – die vor allem eins wollen: Geld verdienen. Eine Replik.

Es war Montag, der 28. Oktober als ich von meiner Unverträglichkeit erfuhr. Ich habe eine Kommerzallergie, erklärte Béa Beste in diesem Beitrag. Sie verlinkte einen Beitrag aus meinem Blog, der sich damit auseinandersetzt, wie Unternehmen versuchen, in Schulen einzudringen um dort Marketing zu betreiben. Die Publizistin Béa Beste sieht dabei offenbar nur das glänzende Gold, das die Unternehmen in die Schule tragen. Die Sicherung der Monopolstellung einer Marke scheint sie hingegen gar nicht zu stören.

Ich bin der Meinung, dass Konzerne nichts in unseren Schulhäusern verloren haben, weil ich nicht möchte, dass das Konsumverhalten unserer Kinder in solchen „Workshops“ beeinflusst wird. Béa Beste wundert sich in ihrem Text über diese Einschätzung und kann meine Kritik nicht ernst nehmen. Sie ist der Meinung, dass es doch schön ist, wenn Unternehmen den Schulen Material bieten, das sie selbst mit ihren Mitteln nicht tragen können.

Ihre zunächst unverblümte Liebe zu Warenwelten schränkt sie zwar später ein wenig ein und unterscheidet an Hand einer Skala zwischen rein profitorientiert handelnden Unternehmen und Organisationen, die ohne Profite arbeiten, jedoch verstärkt das nur den Eindruck der Naivität. Ihr eigenes Unternehmen ordnet sie demnach in der Mitte ein. Aus dieser Skala geht allerdings nicht hervor, wer da mit wem in Vergleich gesetzt wird. Offenbar reicht das Spektrum von Nicht-Regierungs-Organisationen bis hin zum Megakonzern. Und das verantwortungslose Handeln letzterer war es immerhin, das uns eine Finanzkrise beschert hat.

Es muss anders differenziert werden

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Author: Sarah Wiedenhöft

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4 Comments

  1. Ich bin da total bei Ihnen, Frau von Wegen.
    Ich habe mich schon erfolgreich gegen die Sparkassen-Erstausstattung zum Schulanfang sowie das Sponsoring des Sportfestes der Firma “Capri-Sonne” gewehrt. Ich schaue doch nicht zu, wie die Firmen unter dem Deckmantel der Bildung an meinem Kind herummanipulieren!

    Demnächst kommt unser CDU-Landtagsabgeordneter in die Schule um den 3. und 4. Klassen vorzulesen über Europa zu sprechen. Hallo??! Manipulation! Aber ob Sie es glauben oder nicht – ich bin die einzige Mutter in der Klasse, die das kritisch sieht!
    Und ehrlich gesagt würde es mich nicht wundern, wenn Ronald McDonald demnächst über nachhaltige Rinderzucht referiert.

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    • 😀 Ronald McDonald als vorbildlicher Landwirt! Schöne Idee. Die Einflussnahme von Politikern an Schulen ist auch ein gutes Thema. In der Lehrerschaft ist es ja auch nicht selten von Bedeutung für die Beförderung, welcher Partei man angehört. Dass andere Eltern unkrtischer sind, ist mir vertraut. Tja. Wir müssen noch ziemlich viel Überzeugungsarbeit leisten, denke ich.

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  2. Och, da würde mir aber noch einiges mehr einfallen… die Kritik fängt bei mir schon da an, dass Kinder in der Schule nur die Wahl haben zwischen Kakao und Milch. Das war bei uns damals in den 80ern schon so und ist heute noch so.
    Regt mich auf! Was machen z.B. Laktose-Intolerante und Veganer?
    Warum gibt es da nix anderes?
    Oder Dinge, die einfach ungefragt an unsere Kinder verteilt werden, von Süssigkeiten aus toten Tieren über irgendwelchen Plastikschrott, den man als Eltern versucht zu meiden… einfach an jeder Ecke den Kindern zugesteckt, ohne dass die Eltern gefragt werden.
    Aber klar, wenn große Firmen die Finger im Spiel haben, das ist noch schrecklicher, find ich auch. Obwohl- beim Kakao ist es halt die Milchindustrie-Lobby. Immens in Deutschland. Leider.
    So, jetzt durfte ich auch mal Dampf ablassen, danke.
    Dabei ist mein Kind noch im Bauch. 😉
    Schade, dass es hier kein Kommentar-Abo gibt… hätte gern mitbekommen, wenn Du oder jemand anders mir antwortet…

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    • Danke für den Hinweis. Ich werde mich darum kümmern, diese Funktion einzubauen, wenn ich dafür die Zeit finde.

      Danke für Deinen Kommentar. Du hast vollkommen Recht. Da geht es schon los. Oder eigentlich geht es sowieso noch viiiiiiel früher los. Auch interessant ist ja die Einflussnahme von Parteien in Schulen. Direktor wird doch in der Regel immer ein Mitglied einer Partei mit vielen Parteifreunden im Kollegium … Und die Parteipolitiker und die Wirtschaft sind ja inzwischen die besten Freunde. Siehe der neue BMW Spot mit Joschka Fischer. Unsere Kinder wachsen in einer so ungerechten Gesellschaft auf, dass einem die Schule schon fast egal wird neben all den anderen Ungerechtigkeiten.

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