Kristina Schröder aus dem Glashaus

Wer im Glashaus sitzt, sollte ja bekanntlich nicht mit Steinen schmeißen. Unter Glaskuppeln sollte das gleiche gelten, meint man, aber Kristina Schröder hat nun trotzdem einen Stein geschmissen.

 

Bildschirmfoto 2013-09-18 um 11.03.27

Auf facebook lässt Familenministerin Schröder sich über Trittin aus und darüber, wie falsch er  angeblich mit den Pädophelievorwürfen umgeht. Interessant, könnte man meinen, dass ausgerechnet sie es ist, die einen Laut von sich gibt. Erstaunlich auch, dass sie überhaupt Kritik übt an Trittins Verhalten. Dieser verhält sich momentan nämlich äußerst vorbildlich.

Diesem falschen Poltikverständnis habe ich mich nicht hinreichend entgegen gestellt. So sind viele, nicht nur zu diesem Thema, falsche Forderungen in grüne Wahlprogramme dieser Zeit gekommen (…). Dafür trage auch ich meine Verantwortung. Das sind auch meine Fehler, die ich bedaure. Und es hat zu lange gedauert, bis wir Grünen im Jahre 1989 in dieser Frage die Korrektur vollzogen haben.

In diesem Video auf Sueddeutsche.de kann man Trittin seine Aussage treffen hören. Genau genommen ist das etwas ganz neues. Ein Politiker gesteht unumwunden seine Fehler und entschuldigt sogar dafür. Das ist nichts, was Frau Schröder jemals getan hätte. Und dabei hätte sie als amtierende Familienministerin genügend Gründe. Am interessantesten ist ihr Vorwurf jedoch, wenn man sich noch einmal ansieht, wie Kristina Schröder mit Missbrauchsopfern von Schulen und Krichen umgegangen ist, mit denen sie sich im vergangenen Jahr zum sog. runden Tisch traf. Der runde Tisch beschäftigte sich also ganz direkt mit den Opfern von Pädophelie und Kristina Schröder hatte versprochen für diese Opfer einen 100-Millionen-Euro-Fond einzurichten. Verabschiedet wurden die Gelder nie, weil sie sich stattdessen lieber mit den Ländern herumstritt, wie sie es auch in der Betreuungsfrage tut. Es ist Sache der Länder, findet Frau Schröder und trennt sich im Streit von den Beteiligten des runden Tisches. Abschließend bilanzierte Frau Schröder aber:

“Der Runde Tisch war Anstoß für den Aufbau eines neuen breit angelegten Schutzsystems und zugleich Wegbereiter für einen respektvollen und würdigen Umgang mit den Opfern sexuellen Missbrauchs”

Dass nun ausgerechnet sie es ist, die das Verhalten von Jürgen Trittin kritisiert, macht sich als blanker Hohn aus gegenüber all den Betroffenen, die die Ministerin ganz persönlich im Stich gelassen hat.

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Author: Sarah Wiedenhöft

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