Ich hasse solche Sonntage …

Heute wieder ein Gastbeitrag über ein Gefühl, das sicher vielen von Euch vertraut ist. Dieser fiese Sonntag, an dem die glücklichen Familien draußen die Welt erobern und ihr Euch überfordert und einsam fühlt. Sabine aus D. kennt dieses Gefühl und hat darüber einen Text für Euch geschrieben.

du-hasst-mich-ich-hasse-dich

Ich hasse solche Sonntag an denen ich mir selbst auf die Füße trete, mir tausend Dinge vorschweben, die ich tun könnte, stattdessen aber Bauklötzchen staple, Windeln wechsle, zum x.ten Mal aufräume und den ganzen Tag im Schlafanzug rummümmle.
Es sind diese Sonntage, wo alle „Friede-Freude-Eierkuchen-Familien“ einen schönen Ausflug unternehmen, sich mit Oma + Opa zum Essen verabreden und das Wetter schön ist.
Wo die Single-ohne-Kind-Freunde Bergwandern, in die Therme, zum Skifahren oder Essen gehen.
Wer von ihnen denkt da an mich?
Denken Oma + Opa an mich? Ach nee, die haben auch besseres zu tun.
Von dem Kindsvater ganz zu schweigen. Der lässt sich alle paar Monate nur blicken und frönt ansonsten dem Nichtstun.
Eine Nicht-Alleinerziehende, sprich “normale Mutter” kann an so einem Sonntag ihr Kind mal dem Vater aufs Auge drücken. Und sich in die Wanne legen. Oder in die Hängematte. Oder Kochen!!!
In Ruuuhe kochen!!! In Ruhe die Zehennägel schneiden!!
Stattdessen staple ich Bauklötzchen, wechsle..Wi…ach so, das sagte ich bereits.

Nun ich will ja nicht jammern, aber ein bisschen Abwechslung könnte mir sicher gut tun.
Langeweile ist nichts für mich. Ich unternehme ja gerne was. Auch mit meiner Tochter. Aber ungern an den Sonntagen.
Wo SIE alle unterwegs sind. Und einen mitleidig anschauen.
SIE, die „Friedefreudeeierkuchenfamilien“. Ich hänge mir bald ein Schild um den Hals, auf dem steht:
„Er arbeitet auf einer Bohrinsel“ . Dann würde auf dem Spielplatz mal jemand Notiz von mir nehmen.
Hoffentlich ist bald wieder Montag. Da fällt es nicht so auf, dass man alleine ist.

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Author: Sarah Wiedenhöft

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5 Comments

  1. Die Idee mit der Bohrinsel klingt doch gut.^^

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  2. Jammern ist gut. Ich bin ein Fan von Jammern, weil´s danach meistens etwas weniger wehtut. Versuch nur nicht darin zu verharren. Ich kenn das Gefühl, das du beschreibst sehr gut. Allerdings spüre ich es überhaupt nicht mehr, seit ich verinnerlicht habe, dass Unzulänglichkeitsgefühle und Neid gegenüber konventionellen (heilen?) Familien unnötig sind. Die sind vielleicht zahlenmäßig “vollständig”, haben aber dafür andere Probleme. Außerdem machen uns solche Gefühle klein, und das sind wir nicht. Darum mein Credo: Kinn hoch, Brust raus, Spaß haben!

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  3. Oh ja, oh jaaa genau so ist das. Ich bin einfach nicht mehr auf Spielplätze gegangen. Das war einfach zu viel.
    Gestern Mittag hatte ich dann spontan einen Heulanfall, weil ich Kinder beim Bäcker gesehen habe, die dort alle zusammen Brötchen eingekauft haben. Und wo war mein Sohn? Beim Papa. Statt mir zu sagen: Super, du hast Zeit, hab ich gedacht: Du bekommst echt nix hin. Dann hab ich meine Freundin angerufen, die mit Mann und Kind und ca 2 Stunden Schlaf auskommt und hab ihr vorgeheult, dass ich ausgeschlafen anderen Kindern zugesehen habe, wie sie Brötchen holen. Sie hat dann auch geheult, zwecks des Schlafs.

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  4. OH, das hört sich aber wirklich alles sehr deprimierend an so…ich denke mir da lieber: ach bin ich froh, dass ich und die Kinder heute machen können was wir wollen – all die unglücklichen Paare die nur wegen der Kinder zusammen sind und das Gefühl haben, Sie müssen ja wohl einen Familienausflug machen am Sonntag….oder die, die jeden Sonntag zur Schwiegermutter zu Besuch müssen…das hab ich alles nicht. Sicher gibt es Momente in denen man sich wünscht in den Schuhen von jemand anderem zu stecken – aber das hatte ich auch als ich noch in der “heilen” Familie lebte. Ich wünsche euch allen, dass es euch schon bald besser geht und ihr die Welt nicht mehr so traurig seht:)

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  5. Dieses Sonntag allein mit Kind und dann noch bei blödem Wetter kenn ich auch, allerdings machen mir Friede-Freude-Eierkuchen-Familien nix aus, kenne keine mit denen ich tauschen möchte. Die haben echt andere Probleme, die FRAU auch nicht brauch. Es gibt auch Freundinnen aus diesen Familien, die mich manchmal beneiden zu tun, was ich will – mit meinem Kind. Ich finde es wichtig, dem Kind ne gute Zeit zu geben und einem selbst auch. Es gibt schöne Unternehmungen, die man gut allein machen kann. Und im Vorhinein mit Freunden verabreden ist auch wichtig. Trotz alle dem wird die Geduld ganz schön auf die Probe gestellt…. bei einem ganzen Wochenende…. Mutterseelenalleinerziehend !!!!!!! nicht einfach – aber da müssen wir durch !!! der nächste Montag kommt und sie werden ja auch älter …hoffe ich.

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