Frau Merkel, tear down this wall!

Wer mutterseelenalleinerziehend.de schon länger folgt, wird den folgenden Wortlaut eines Briefs an Frau Merkel schon kennen. Unterschreiben müssen wir trotzdem alle noch einmal, bitte. Es geht darum, dass das Ministerium für Familie Senioren Frauen und Jugend in seine Verantwortungsbereiche aufgeteilt werden soll. Wir Frauen wollen nicht auf “typisch weibliche Felder” verwiesen werden und halten die Aufgaben für ein solches Ministeriums für zu umfangreich.

 

 

Bitte lest diesen Brief und unterstützt ihn mit einer Unterschrift auf openpetition. Außerdem natürlich teilen, teilen, teilen. Ich würde den Brief gerne mit möglichst vielen Unterschriften überreichen. DANKE AN ALLE, DIE SICH BETEILIGEN!
 

Sehr geehrte Bundeskanzlerin,

ich schreibe Ihnen heute, weil Sie die einzige sind, die uns helfen kann und weil ich große Hoffnung hege, dass Sie meinen Vorschlag unterstützen. Es geht um das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Ich habe eine Petition eingereicht, die vier Zuständigkeitsbereiche aufzulösen und in je eigene Verantwortungsbereiche zu gliedern. Die Begründungen dafür finden Sie weiter unten. Nun bin ich von einem Mitarbeiter des Petitionsausschusses darauf aufmerksam gemacht worden, dass Sie, Frau Merkel, die einzige sind, die eine solche Entscheidung treffen darf. Und darum bitte ich Sie: Lösen Sie das Ministerium bitte auf. Auf Ihre Reaktion sind wir alle sehr gespannt,

Die Frauen von Muttersellenalleinerziehend.de,
federführend Maike von Wegen

Liebe Frauen, Jugendliche, Senioren, Familien, Männer und Kinder,

bitte unterstützt uns in unserem Ansinnen, das Bundesamt für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufzulösen und in eigene Verantwortungsbereiche zu gliedern. Wir fühlen uns durch die Bezeichnung diskriminiert und auf angeblich “weibliche” Themenbereiche verwiesen. Die Frauenbewegung kämpft nun schon seit über 50 Jahren für die Gleichstellung von Frauen und Männern. Wir wollen nicht in einen Topf geworfen werden mit der Pflege der Alten und der Familien. Wir empfinden diese Kategorisierung als sexistisch.

Außerdem sind wir überzeugt, dass zu viele der Verantwortungsbereiche einer einzigen Ministerin zur Zeit im sozialpolitischen Fokus liegen. Ein einziges Ministerium und eine Ministerin können dieser Verantwortung allein nicht gerecht werden.

Begründungen:

1. Zu umfangreich

Jeder, der vier Bereiche steht zur Zeit im Fokus der Politik. Stichworte sind: Die Überalterung unserer Gesellschaft, Seniorenpflege, die Geburtenrate, Mutterrente, das Betreuungsgeld und Kita- bzw. Krippenausbau, durch Armut bedrohte Familien, Rückführung Alleinerziehender in den Arbeitsalltag, Gleichstellung der Frau, Kinderarmut, etc. Das Ministerium befasst sich gleichzeitig mit viel zu vielen Sozialproblemen. Ein einzelnes Amt kann diese Arbeit nicht gewährleisten und wir können dies ja nur zu gut sehen: Die letzte Ministerin Schröder wurde nicht einmal dem großen Teilbereich der Familienpolitik gerecht. Sie stand enorm in der Kritik sämtlicher Erziehungsexperten und der Medien. Es war ihr nicht einmal möglich, diesen Teilbereich befriedigend zu bearbeiten. Und wir glauben auch nicht daran, dass diese Fülle an Aufgaben überhaupt zu bewältigen ist.

2. Die Deutungshoheit

Viele Wissenschaftler pochen darauf, dass nicht etwa die Geburtenrate (die seit den 60ern konstant bei etwa 1,4 liegt) unser demografisches Problem verursacht, sondern die immer schneller steigende Lebenserwartung. Wenn eine einzige Ministerin für beide Bereiche (Senioren/Familien) zuständig ist, macht dies die Entscheidungsfindung darüber hinaus intransparent. Sie kann somit Studien in Auftrag geben, die die Geburtenrate immer wieder problematisieren, während ihr nicht etwa ein eigenes Seniorenamt widersprechen könnte. Hier vermischen sich zu viele Verantwortungsbereiche über die kein Dialog stattfinden kann, da es nur eine einzige Hoheit über all diese Themen gibt.

3. Sexismus

Wir Frauen fühlen uns durch die jetzige Struktur diskriminiert und auf angeblich „weibliche Themenbereiche verwiesen. Die Frauenbewegung kämpft nun schon seit über 50 Jahren für die Gleichstellung von Frauen und Männern. Wir wollen nicht in einen Topf geworfen werden mit der Pflege der Alten und der Familien. Wir empfinden diese Kategorisierung als sexistisch. Wir Frauen wollen nicht, dass unsere Interessen so schon von vorne herein auf dem Schwerpunkt der Familienpflege gelegt werden. “Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ (Ludwig Wittgenstein)

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Berlin, 26.01.2014 (aktiv bis 25.07.2014)

 

 

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Author: Sarah Wiedenhöft

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2 Comments

  1. Warum nicht den konkreten Vorschlag von 2 Ministerien (Senioren und Familie) anbieten. Unter “Familie” ließen sich Jugendliche und Kinder subsumieren, bei denen es u.a. um deren Rechte, Schutz und v.a. Bildung und Förderung ginge. Auf diese Weise könnten beide Ministerien die Interessen der Zielgruppen und die Entwicklung ihrer Themen verfolgen, ohne dass dabei eine Konkurrenz untereinander entsteht.

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    • Das ist vermutlich richtig. Zur genauen Umsetzung sage ich ja nichts. Darüber müsste man sich im Falle einer Einigung auf diese Position noch genauer auseinandersetzen, denke ich.

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