Frau Kelle hätte ein echtes Problem!

In diesem Monat hat Birgit Kelle ein Buch veröffentlicht, das genau so heißt wie ihr Artikel, mit dem sie während des #Aufschrei für Furore sorgte. Dann mach doch die Bluse zu. Frau Kelle steht für gesellschaftlich anerkannte Homophobie und den Schutz der Keimzelle “Traditionelle Familie”. Ihre Schreibe zeugt von einer kaum zu überbietenden Eindimensionalität und es fällt der Publizistin äußerst schwierig andere Meinungen und Lebensmodelle zu akzeptieren. Für Frau Kelle kann es nur eines geben: Der Mann geht arbeiten und die Frau hütet die Kinder. Betreuungsgeld findet sie zum Beispiel auch sehr super.

Weiss

Das hier ist kein Foto von Birgit und Klaus Kelle, weil es solche Fotos nicht gibt.
1. wäre das ungeschickt und
2. hat Herr Kelle einfach keine Zeit für Familie

 

Aus einem Interview mit Die Welt:

Die Welt: Was machen Sie, wenn Ihr Mann Sie morgen verlässt?

Birgit Kelle: Wir wissen, was wir aneinander haben. Das tut er nicht.

Die Welt: Bestimmt nicht. Aber was, wenn doch?

Birgit Kelle: Dann hätte ich ein echtes Problem. Ich müsste mir eine Vollzeitstelle suchen und meine Kinder tagsüber komplett fremdbetreuen lassen. Das möchte ich nicht.

Würde Frau Kelles Mann sie verlassen, so hätte sie übrigens noch ein ganz anderes Problem. Unter diesem Blogartikel von aufZehenspitzen kommentiert fuckermothers

Ich bin immer wieder überrascht, dass sie auch ‘Zugang’ zu “seriöseren Medien” wie z.B. dem Fokus bekommt.

Und genau da kommen wir zu dem Problem, das Frau Kelle hätte, wenn ihr Mann nicht mehr wäre. Wer ist der Mann von Birgit Kelle? Wo soll man da nur anfangen? Denn die Liste ist sehr lang. Herr Kelle ist zunächst einmal der Geschäftsführer von KelleCOM GmbH. Auf der Internetseite ist hervorgehoben, was ihm besonders wichtig ist. THEMEN SETZEN! Herr Kelle bestimmt gerne, worüber gesprochen wird und das kann er gut. Schließlich arbeitet er auch noch als stellvertretender Redaktionsleiter BILD NRW bei der Axel Springer AG, er ist Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins NRW.jetzt, Lokalchef Bremen der Hamburger Morgenpost, stellvertretender Chefredakteur bei Radio 100,6 (Berlin), Chefredakteur des Berliner Rundfunks, Chefredakteur der SonntagsZeitung (Freiburg), Chefredakteur der First News (Augsburg) und der Chefredakteur von 20  MINUTEN (Köln).

Man kann eigentlich gar nicht Chefredakteur genug sein. Vor allem, wenn man gerne Themen setzen möchte. Und so kann es kommen, dass eine wenig glanzvolle Publizistin wie Birgit Kelle so erheblich in den Fokus und sogar in den FOCUS geraten kann. Es ist ein leichtes für den Kommunikationsprofi Klaus Kelle seine Frau überall ins Gespräch zu bringen, wo die beiden das gerne haben möchten. Und darum kann Frau Kelle ihre Ansichten nun auch in Buchform in den Äther entsenden. Bücher, die dann auch gut verkauft werden, da Frau Kelle ja ständig und überall beworben wird. Gerade das ziterte Die Welt-Interview wirkt dabei für Kommunikationsprofis auf den ersten Blick als das, was es eben auch ist. Kommunikation von KelleCOM. Dieses Interview entstand nicht am Cafétisch, sondern am Schreibtisch. Und zwar an dem der Familie Kelle. Derlei Interviews sind im PR Bereich gang und gäbe. Und das wäre dann auch schon die Antwort auf die Frage, wieso Medien sich für diese Publizistin interessieren. Weil es weniger um die Inhalte geht als vielmehr um die gute Kommunikation. Birgit Kelle™ ist nichts weiter als eine Marke. Kommunikation ist alles. Aus diesem Grund halte ich es nicht für wichtig, auf das einzugehen, was sie sich alles so zusammenschreibt. Damit werbe ich letztendlich auch nur für sie.

Dies war mein letztes Wort zu Birgit Kelle. Ich wurde um diesen Artikel gebeten und wollte ihn eigentlich nicht schreiben. Nun sind wir aufgeklärt. Bitte interessieren wir uns nicht weiter dafür. Danke.

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Author: Sarah Wiedenhöft

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10 Comments

  1. aufgeklaert und abgehakt.

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  2. Solche Frauen verursachen mir Brechreiz.

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  3. Naja….ich würde sagen quitt. Die einen lassen sich öffentlich über den Lebensentwurf der Anderen aus, die dann wiederum genauso öffentlich über den Lebensentwurf Ersterer….Toleranz fehlt eben auf beiden Seiten.

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    • Ich fühle mich dabei wirklich nicht angesprochen.

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  4. Sie mag ja leben wie sies für richtig hält, aber ihren Lebensstil als das einzig wahre, normale, natürliche zu propagieren und alles andere abzuwerten is nicht die feine Art. Zudem leute wie sie garnich kapieren wie privilegiert&damit realitätsfern ihre forderungen und Ansichten sind

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    • Nun, ich teile ihre Ansicht über Familiendefinition nicht, für mich gibt es jede Menge tragbare Familienmodelle (von Mama, Papa Kind über Alleinerziehend bis Patchwork etc) allerdings sehe ich nicht, an welcher Stelle sie ihr Modell als das einzig ware verkaufen will. Sie tritt ein für einen Feminismus, der sich nicht selbst zerfleischt, für Gerechtigkeit unter den Geschlechtern und auch dafür, das Frau eine wirkliche Wahl hat. Nicht nur die Wahl, netterweise genauso viel leisten zu dürfen wie der Mann und ihre Kinder nach einem Jahr in eine Krippe gebe zu müssen sondern sich dafür entscheiden kann, ohne zu verarmen, zuhause (oder teilzeit zuhause) zu bleiben. Es geht nicht darum, ein Modell zu beorzugen, es geht um eine Wahl. Und die sollte jeder haben dürfen, egal ob Alleinerziehend oder Großfamilie etc. – ohne sich für etwas rechtfertigen zu müssen oder ohne zu verarmen weil ein Kind ins Leben getreten ist.

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      • Auch wenn ich ja eigentlich nichts mehr sagen wollte. Dies noch zum besseren Verständnis meiner Abneigung. Frau Kelle unterdrückt zum Beispiel diejenigen Frauen, die trotz sichtbarem Dekoltée noch ernst genommen werden wollen. Da geht es schon los. Das Betreuungsgeld außerdem wurde erschaffen für die elitärste aller Familienformen. Ebenso wie das Ehegattensplitting. Frau Kelle tritt ein für diese Leistungen der priviligierten Klasse und ignoriert damit ale anderen Lebensformen. Mit anderen Worten: Sie verteidigt Subventionen, an denen arme Menschen weiterhin verarmen. Das ist ignorant und auf höchstem Maße unfair. Privilegien zu sichern ist in meinen Augen alles andere als eine Akzeptanz der anderen Lebensmodelle.

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  5. Nicht freigeschaltet: Trollkommentar

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  6. Ich bin auch für das Abhaken dieser Person, wenn das denn so einfach ginge. Immer wieder finden sich Frauen in den Medien, die sich unter dem Deckmantel “Wir sind doch alle gleichberechtigt und wenn ich als Frau nur wirklich will, kann ich alles schaffen” instrumentalisieren lassen. Als hätten sie sich tatsächlich aus eigener Kraft und ohne entsprechenden Hintergrund in die Medien katapultiert. Ich fand den Artikel sehr aufschlussreich. Mit dem entsprechenden familiären Hintergrund kann man auch Bücher verkaufen (egal wie unsinnig sie sind) – schön, dass dies das Familieneinkommen der Familie Kelle stärkt. Ein Schelm, wer glaubt, dass kein Zusammenhang zwischen der Medienpräsenz des Herrn Kelle und der steigenden Bekanntheit seiner Gattin existiert. Von der Sorte Frau gibt es leider mehrere. Schade nur, dass sie immer wieder eine sachliche Debatte erschweren, weil sie selbst zweifelhaftes Wissen im Auftrag unter die Leute bringen. An der Stelle will ich es auch dabei belassen und nicht noch Werbung machen. Allerdings ist sie nicht die einzige Frau, die einer menschlichen Gleichberechtigung im Wege steht. Leider!

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  7. Heute ist Birgit Kelles Geburtstag. Ihr Mann liegt seit gestern im Koma. Wir wünschen baldige Genesung für Klaus Kelle. Selten so eine polemische Sicht auf Birgit Kelle wie hier gelesen.

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