Die CDU – päpstlicher als der Papst

Während Frau Merkel sich hin und her windet in der Wahlarena, weil es doch so schwierig ist zu formulieren, was sie da jetzt im Namen ihrer Partei und deren Werte verkünden muss, fällt es dem Papst sichtlich leicht, für eine ganz andere Haltung zu werben. Wer entscheidet noch einmal darüber, ob Menschen so l(i)eben können wie sie l(i)eben wollen? Achso, sie selbst! Und wie war das noch einmal mit dem Verurteilen von Menschen? Wer darf das noch einmal? Achja. Nur Gott! Vielleicht sollten Christdmeokraten einfach hin und wieder diese Bibel lesen, für die sie sich angeblich so sehr interessieren.

 

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Der Papst hat mein Herz erwärmt. Das ist seltsam. Eigentlich wird mein Herz normalerweise nicht warm für den Vatikan. Der Vatikan hat eine eigene Bank, die so gar nicht ethisch handelt, es herrschen Verstrickungen und undurchsichtige Machtstrukturen seit zweitausend Jahren, Kinder wurden auf rätselhafte Weise entführt im Vatikan, es gab “rituelle Missbräuche”, Frauen und Homosexuelle wurden jahrhunderte Lang unterdrückt. Dieser Text hier soll also sicher keine Werbung für den Papst sein. Im Gegenteil. Eigentlich zeigt er nur auf, wo die CDU steht. Und die steht offenbar mit einem Fuß in der Hölle.

Jesus fordert seine Jünger in der Bergpredigt auf: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werden“ (Mt 7,1). Wie schnell sehen wir den Splitter, den kleinen Fehler, im Auge unseres Bruders und vergessen unseren eigenen Balken – das ist Heuchelei (Verse 3–5)! Und wie genau ist uns die Faktenlage beim Mitbruder bekannt? Kennen wir seine vielleicht guten Motive, können und dürfen wir überhaupt die Beweggründe anderer beurteilen (vgl. 1. Kor 4,4.5)?

Soweit die Bibel. Als Frau Merkel aber von Patrick Pronk gefragt wird, ob sie ihm als Homosexuellen bald das Recht auf Adoption wird geben wollen, da antwortet die Kanzlerin zwischen einer Menge ähs mit sehr vielen Verurteilungen. Sie geht sogar soweit zu sagen, dass sie weiß, dass das Verfassungsgericht darüber anders entscheiden wird. Sie als Kanzlerin würde aber auf gar keinen Fall etwas dafür tun, dass auch Patrick Pronk und andere zu Kindern kommen können. Das Wort “Kindeswohl” missbraucht sie ebenfalls zur Untermauerung ihrer unsicheren Antwort, die in der etwa selben Weise verfasst ist, wie Kleinkinder schwimmen. Unkontrolliert und ängstlich, jeden Moment zu ertrinken.

In diesem Video könnt Ihr der Kanzlerin beim Schwimmen zuschauen.

Das Verfassungsgericht wird das also anders sehen. Das sollte einen klar denkenden Menschen auch nicht weiter verwundern, denn vor unserer Verfassung sollen ja alle gleich sein. Doch nun ist es sogar der Papst, der es ebenso sieht. In einem soeben erschienenen Interview sagt er zum Beispiel:

Einmal hat mich jemand provozierend gefragt, ob ich Homosexualität billige. Ich habe ihm mit einer anderen Frage geantwortet: ‘Sag mir: Wenn Gott eine homosexuelle Person sieht, schaut er die Tatsache mit Liebe an oder verurteilt er sie und weist sie zurück?'”

Das ist zwar extrem vorsichtig als Frage formuliert, die Richtung ist allerdings klar erkennbar. Die Antwort auf seine Frage kann für einen bibeltreuen Christen nur lauten: “Ich muss den Homosexuellen ebenso lieben wie mich selbst.” Der Papst ist offener für Homosexuelle als die CDU? Offenbar. Und er findet auch noch einige andere Worte, um die Anhänger der Kirche auf einen neuen Kurs zu bringen.

“Der Beichtstuhl ist kein Folterinstrument, sondern der Ort der Barmherzigkeit, in dem der Herr uns anregt, das Bestmögliche zu tun.”

Eine Frauenquote würde es mit dem Papst offenbar auch geben. Über Frauen und die Kirche sagt er:

Die Frauen stellen tiefe Fragen, denen wir uns stellen müssen. Die Kirche kann nicht sie selbst sein ohne Frauen und deren Rolle. Die Frau ist für die Kirche unabdingbar. Maria – eine Frau – ist wichtiger als die Bischöfe (…). Man muss daher die Vorstellung der Frau in der Kirche vertiefen. Man muss noch mehr über eine gründliche Theologie der Frau arbeiten (…). Der weibliche Genius ist nötig an den Stellen, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden.

Der Genius der Kanzlerin entscheidet in unserem Land ja bereits eine ganze Menge. Dass diese sich dabei aber inzwischen päpstlicher als der Papst gibt und ihre eigene Meinung offenbar problemlos über unsere Verfassung stellen kann, das wirkt auf mich eher weniger genial. Morgen ist die Bundestagwahl. Also bitte: ABWÄHLEN! Danke.

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Author: Sarah Wiedenhöft

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