Buchbesprechung “Kindheiten – Wie kleine Menschen in anderen Ländern groß werden” von Michaela Schonhöft

Was braucht eigentlich ein Kind und wie erzieht man es richtig? Auf diese Fragen gibt es auf der Welt viele verschiedene Antworten. Das schwedische Schulsystem scheint zu offenbaren, dass die Inklusion das höchste Gut der Menschwerdung ist, einige bibeltreue Amerikaner schwören auf Züchtigung, auf den karibischen Inseln leben Völker, die ihre Jugendlichen einfach machen lassen, die Agta auf den Philippinen glauben, dass ein Kind von der gesamten Gesellschaft erzogen wird und reichen es darum nach seiner Geburt durch alle Hände des Stamms, die italienischen Mammas verwöhnen ihre Bambinos und lassen sie scheinbar niemals los, in Japan wollen immer mehr Männer aktiv in die Vaterschaft eingebunden werden, bei den Efé in Westafrika spielte das Geschlecht noch nie eine Rolle: Sie kümmern sich alle gemeinsam um Neugeborene. Väter, Mütter, Schwestern, Onkeln, Brüder, etc.

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Michaela Schonhöft mit einem ihrer Kinder im Regenwald

Die Soziologin Michaela Schonhöft hat mit Eltern, Hebammen, Psychologen, Anthropologen und vielen anderen Menschen verschiedenster Kulturen gesprochen und fasst in ihrem Buch die unterschiedlichen Ansichten darüber zusammen, was Kinder brauchen und wie eine kindergerechte Gesellschaft aussieht. Das Buch beginnt mit der Frage nach dem Glück und endet mit der Frage danach, was eine kindergerechte Gesellschaft ausmacht. Michaela Schonhöft, selbst Mutter vierer Kinder ist ein schönes Flechtwerk gelungen aus ihren eigenen Erfahrungen als Mutter, den Erfahrungen anderer Eltern aus anderen Ländern und unterschiedlichsten Studien und Forschungsberichten. Dieses Sachbuch vermittelt auf unterhaltsame Art und Weise tiefe Einsichten in die Fragen, die uns als Eltern immer wieder beschäftigen. Was ist Glück?, Was brauchen Kinder? und Wie kann ich es ihnen vermitteln?

( Interview mit der Autorin )

kindheitenFür einen alleinerziehenden deutschen Eltern liest sich vor allem eines klar heraus aus diesem Buch. Der Grund, warum wir uns so muttersellenalleine fühlen. Denn die Deutschen fallen im internationalen Vergleich vor allem dadurch auf, dass sie die Erziehung in der Regel auf eine einzige Bezugsperson abwälzen, während in anderen Kulturen ganz selbstverständlich viel mehr Menschen mit der Betreuung und der Erziehung von Kindern betraut sind. Ich finde dieses Buch sehr aufschlussreich und stelle seit der Lektüre fest, dass es der Autorin gelungen ist, auch meine eigene Beziehung zu meiner Tochter zu berühren. Dank der anderen Eltern von anderen Teilen der Erde haben sich ein paar meiner Ansichten verändert. Ich bin dankbar für dieses Buch und empfehle es allen, die sich interessieren für die Frage, was Glück bedeutet und wie man zu einer glücklichen Gesellschaft finden kann.  Ich habe mit Michaela auch ein Interview geführt zu ihrem Buch. Das findet ihr hier.

 

Erschienen im Droemer Pattloch Verlag. ISBN: 978-3-629-13037-2
384 Seiten Hardcover

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Author: Sarah Wiedenhöft

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1 Comment

  1. Hallo, Ich finde den Aufbau der Webseite super. Macht bitte weiter so.|

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