Blockwarte und Denunziantentum #Blockempfehlung

Am zweiten Weihnachtstag erhielt ich ein Geschenk aus dem Internet. Obwohl ich dieses Fest ja gar nicht feiere, hat das Netz trotzdem an mich gedacht und mir seine volle Aufmerksamkeit geschenkt. Das wäre wirklich nicht nötig gewesen, habe ich gedacht, aber ich denke, in Wahrheit war es wohl doch sehr nötig! Es ist an der Zeit! Liebe Netzgemeinde, wir müssen mal über Solidarität sprechen.

Es ist schwierig zu sagen, wo das alles angefangen hat, denn eigentlich spüre ich den Hass schon lange. Wo er herkommt, ist mir schleierhaft, aber er ist allgegenwärtig. Ich beginne beim diesjährigen Barcamp Frauen, wo ich zufällig zeitgleich mit einer Macherin von der Mädchenmannschaft eintrudelte und am Eingangsbereich auf mein Namensschildchen wartete. So wie auch die Frau der MM. Anders als diese Frau war ich allerdings vollkommen unbedarft. Neben mir schnaufte es und Laute der Abneigung waren laut und deutlich zu vernehmen. Ich wusste nicht einmal, wer diese Person war, die mich ganz offensichtlich mit ihrem ganzen Körper verachten musste. Bis sie nach ihrem Namensschild griff. Da es in diesem Text um Solidarität gehen soll, werde ich nicht den Namen verraten, der auf diesem Schildchen stand. Ich werde hier überhaupt keinen einzigen Namen verraten, sondern Euch von der Unsolidarität und dem unbegründeten Hass erzählen, dem ich in dieser Szene immer wieder ausgesetzt bin. Die erwähnte Frau hat mich inzwischen an eine Hetzkampagne verraten, die mir auf twitter zu schaden versucht.

 

Wenn ich versuche, mir diesen Hass zu erklären, könnte ich ja bei diesem Kommentar anfangen, den ich eines Tages wütend auf der Seite der Mädchenmannschaft hinterließ. Zum Vergrößern, Bild anklicken.

Bildschirmfoto 2013-12-28 um 12.22.31Tatsächlich enthält dieser Kommentar eine Beleidigung. “Ihr seid zu einer Rotzlöffelfabrik verkommen!”, sage ich. Das war nicht in Ordnung von mir und ich entschuldige mich gerne dafür. Wir dürfen alle Fehler machen. Das ist das schöne an der Solidarität. Wir sind ja keine Unmenschen, die andere Menschen sich nie wieder rehabilitieren lassen, wenn sie mal etwas falsches gemacht haben, nicht?!

Es wäre aber zu einfach, diesen Kommentar als Anfang zu sehen, denn wie im Kommentar schon steht: Es war ein Ende. Ein Ende der gegenseitigen Verlinkung mit der Mädchenmannschaft. Ich habe mich an diesem Tag von ihnen distanziert, nachdem ich schon zuvor immer wieder nur mit Hass und Häme behandelt worden war. Ich und zahlreiche andere Aktivist*innen. Auch hier fallen mir einige Namen ein, die sich besonders hervor tun. Auch diese werde ich nicht nennen, aber ich müsste mich sehr wundern, wenn sie sich nicht von selbst angesprochen fühlten.

Der gefährliche Rantingtrend

Ein Teil des Problems nennt sich “ranting”. Ranting lässt sich am besten mit “Geifern, Schimpfen, Motzen” übersetzen und es ist die Form, in der sich heute viele Netzaktivist*innen üben. Sie bennen sogar ihre Blogs danach und geben dieser Form der Gewalt die totale Legitimation, während der Feminismus doch eigentlich die gewaltfreie Emanzipation eines jeden wünscht. Dass man mit Gewalt keinen Frieden macht, versteht schon meine zehnjährige Tochter und das Prinzip ist eigentlich bekannt. Unter Netzaktivist*innen jedoch gibt es diesen Trend, dem sehr viele offenbar bedenkenlos folgen.

Im Ranting sind viele Mädchenmannschaftsmenschen sehr beflissen. Viele von ihnen nutzen diese Form der Publikation. Sie schimpfen, was das Zeug hält. Als ob diese Sprache nicht schon problematisch genug wäre, lässt sich außerdem beobachten, dass die Ziele dieses rantings in der Regel andere Feminist*innen und Aktivist*innen sind. Zum Beispiel wurde pinkstinks von der MM auseinandergerantet. Ein Autor von pinkstinks wird regelrecht verfolgt. Man richtet sich ein rss für seine Texte ein, um jeden sofort auseinandernehmen zu können, sobald er erscheint. Ebenfalls auseinandergenommen wurden schon terre de femmes, one billion rising, Sookee und zahlreiche andere Vereine, Menschen und Organisationen. Ich möchte mich nicht damit aufhalten, die einzelnen Positionen auseinanderzunehmen. Auffallend ist: Es werden andere Aktivist*innen angegriffen, anstatt sich Betätigungsfelder im Außen zu suchen. Genügend zu tun für die Emanzipation gäbe es durchaus im patriarchalen Kapitalismus. Auch ich finde nicht alles gut, was terre de femmes machen oder pinkstinks oder andere. Niemals würde ich jedoch auf die Idee kommen, die Aktionen der anderen auf diese Weise zu zerstören. Schon erst gar nicht, wenn ich selbst schon lange gar keine eigenen Aktionen mehr starte. Denn wo sind denn diese ganzen rantautoren den ganzen Tag? Ich habe den Eindruck, sie sind im Internet. Zu jeder Zeit. Auf twitter, facebook oder in Foren und auf blogs. Wann immer ich mein twitter aufrufe, sind sie da, die üblichen Verdächtigen. Sie antworten auf alles sofort und formieren sich zu shitstorms, während ich irgendwas im Alltag erledige. Und dann sitze ich im Kino und als ich im Anschluss mein Telefon wieder anschalte, hört es nicht mehr auf zu vibrieren. Und als ich das Kino verlasse, habe ich bereits einen shitstorm am Hals. Und was habe ich dafür gemacht? Ich habe in friedlicher Sprache diskutiert in meiner kurzen Zeit auf twitter. Dann habe ich den Fehler gemacht, nicht mehr online zu sein und ein normales Leben zu führen. Denn in der Zwischenzeit verlor ich Follower um Follower, da ich auf einer Liste gelandet war, deren Motivation ich als höchst zweifelhaft einstufen würde.

Fangen wir noch ein Stück weiter vorne an. Auf openpetition gibt es seit kurz vor Weihnachten eine homophobe und menschenverachtende Petition. Sie wurde von einem Lehrer aus Baden Würtemberg erstellt und richtet sich gegen den neuen Lehrplan, welcher vorsieht, dass in der Sexualerziehung zukünftig auch über Intersexualität, Transsexualität, Homosexualität und alle anderen von der Heterosexualität abweichenden Formen der Genderidentitäten gesprochen werden soll. Diese Petition ist tatsächlich grauenvoll und es ist erschreckend, wieviele Unterschriften sie generiert. Sie hat inzwischen fast 35.000 Unterstützer*innen und wurde auf twitter unter dem hashtag #idpet kritisiert. Vollkommen zu Recht. Am zweiten Weihnachtstag jedoch begann plötzlich eine Person aus den Kreisen der Mädchenmannschaft, openpetition für die Petition anzugreifen.

Da habe ich mich eingemischt. Denn openpetition hat diese Petition von vorneherein mit einer triggerwarnung versehen und darauf aufmerksam gemacht, dass sie inhaltlich nicht mit dem Verfasser übereinstimmen. Openpetition hat AGBs, die die Form von Texten bestimmen, nicht aber ihren Inhalt. Ich selbst habe auf openpetition schon Petitionen verfasst und war immer sehr dankbar für Ihre Unterstützung in diesem Prozess. Aber selbst wenn das nicht so wäre und openpetition wirklich nichts weiter wäre als ein herzloses Unternehmen, so könnte ich sie nicht dafür kritisieren, dass sie sich an ihre eigenen AGBs halten. Würden sie diese AGBs übrigens ändern und eine ideologische Sortierung vornehmen, so könnte ich das nicht mehr als demokratisch verstehen. Das schöne ist ja, dass diese Petition am Ende ohnehin nicht durchkommen wird beim Petitionsausschuss. Aus dem einfachen Grund, dass diese Forderungen und die Begründungen gegen das Antidiskriminierungsgesetz verstoßen, gegen die menschliche Würde und die Selbstbestimmung. Vielleicht liegt es am Unwissen über Petitionen, dass jemand auf die Idee kommt, openpetition dafür anzugreifen, dass sie die Petition veröffentlichen. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber ich habe einfach nur versucht, dieses Durcheinander aufzuklären. Hier seht Ihr meine Argumente, die von einem twitter-Gremium als Begründung auserkoren wurden für die öffentliche Dennunziation, derer ich mich gerade ausgesetzt sehe. Zum Vergrößern anklicken.

Bildschirmfoto 2013-12-28 um 12.52.57 Bildschirmfoto 2013-12-28 um 12.53.09

Und schließlich das Wichtigste:

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Diese Argumente von mir verlinkt die sogenannte @Blockempfehlung als Begründung dafür, mich in ihre Liste zu packen. Häh? Was ist die #Blockempfehlung, fragte ich mich. Diese war einen Tag zuvor entstanden und erklärt ihren Auftrag so:

“Keinen Bock auf Maskus, Nazis, Macker, Derailing, Rechtsstaatmeinungsfreiheitgeschrei und Diskriminierung? Hier gibt’s die Blockempfehlung.”

Die Blockempfehlung sagt einem also, wer sich falsch verhalten hat auf twitter und ruft dazu auf, diese Menschen zu blockieren. Also Maskulinisten, Nazis, Macker, Ablenker und ähnliche Feinde der Gleichsetllung. Und in dieser Liste bin nun also auch ich. Es reicht wahrscheinlich schon, dieses Blog hier ein wenig durchzustöbern oder meine restliche twitter Aktivität oder andere Foren, in denen ich publiziere, um festzustellen, dass hier etwas nicht stimmen kann. Ich fühle mich wirklich nicht wohl zwischen Nazis und Maskulinisten und empfinde es darüber hinaus aber auch als höchst fragwürdig, ein solches ideologisches Werkzeug zu nutzen. Das ist Denunziantentum und Blokwartmentalität. Das ist wirklich hässlich und tut mir persönlich sehr weh. Gesellschaftlich betrachtet ist es aber noch weitaus verheerender. Wer sind diese Follower der @Blockempfehlung, die andere für sich selbst zensieren lassen? Was sind die Kriterien für die Auswahl der Menschen? Wo ist da die Transparenz? Was soll daran bitte emanzipatorisch sein?

Ich weiß inzwischen durch Recherchen, wer diese Blockempfehlungen macht und darum weiß ich auch inzwischen, wieso ich darin gelandet bin. Ich habe viele Menschen persönlich angeschrieben, die der Empfehlung der @Blockempfehlung gefolgt sind und mich aussortiert haben aus ihren Timelines. Ich zeige Euch eine der Reaktionen einer solchen Person.

“Nein, ich bin das nicht. Ich war tatsächlich (…) Followerin, weil das Projekt schon länger und da noch anders geplant war. Die Maskus gehen steil und glauben, ich sei das. Ich will mich nich distanzieren, weil ich das unsolidarisch ggü den Betreiberinnen finde.
Ich habe aber zum Tweet, dass du da empfohlen wurdest, eine DM an die Betreiberin geschrieben, dass das so nicht okay ist.

Entfolgt habe ich dir, als du dich in eine Diskussion mit Freund*innen von mir verstrickt hast, die ich vor allem vom Tonfall nicht okay fand. Ich bin derzeit total durch von all dieser Selbstzerfleischung und den Shitstorms. Ich bin dir deswegen einfach entfolgt, um die TL etwas “ruhiger” zu bekommen, statt mich in die Diskussion einzuschalten.
Das ist alles – kein Angriff oder Hass gg dich von mir. Ich bin nur kraftlos grade.

Viele Grüße,
irgendjemand”

Zufällig schließt sich der Kreis genau an dieser anderen Diskussion, die zuvor stattgefunden hat. In dieser Diskussion war ich nicht nur faktisch die falsche Person zum Ausschalten, um Ruhe zu bekommen, da ich generell viel weniger twittere als die anderen Beteiligten in dieser Diskussion. Vor allem ist die Person, die die @Blockempfehlung macht aber eine, die auch in dieser Diskussion beteilgt war. Ich habe alle diese Personen derzeit geblockt und eben nicht mit ihnen diskutiert. Ich hatte bloß nach dem Ursprung der Diskussion gefragt und wurde daraufhin plötzlich von allen Seiten angegriffen und als Verteidigerin der Maskulinisten beschimpft. Zur Erinnerung: Ich hatte gar nichts gesagt, sondern lediglich eine Frage gestellt. Die Frage lautete: Hast Du diesen Account gegründet (ein ähnlicher Dennunziantenkanal). Das ist nämlich Gewalt. Können wir das nicht bitte anders regeln?

Und das Argument gegen mich lautete “tone”. Und zwar war also das Problem, dass ich immer wieder einen friedlichen Ton verlangte. Denn ich würde damit menschenverachtende Positionen legitimieren, wenn ich darum bat, das friedlich zu klären. Die Person, die mich aufgrund dieser Frage am heftigsten beschimpfte, steckt zufällig auch hinter @Blockempfehlung. Persönlicher kann es wohl kaum mehr werden. Und dabei habe ich diese Person in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen und ich bin mir mehr als sicher, dass betreffende Person meine Arbeit noch nicht einmal kennt.

So. Liebe Irgendjemand, die Du mir sagst, dass Du mich aus Solidarität “entfolgt” hättest. Das ist ein so großer Trugschluss, dass ich daraus wohl einfach nur lernen kann, dass ich diese unsolidarische Peergroup wohl auch nicht gebrauchen kann. Wie man es schafft, all diese Verfolgung und Brandmarkung mit einem emazipatorischen Solidaritätsbegriff zu vermengen ist mir ein Rätsel. Aber ich kann auf ein solches Denken in meinem Leben auch nur allzuleicht vezichten.

Dennoch: Ich will, dass wir endlich mal über Loyalität und solidarische Kritik sprechen. Das letzte mal, als ich das auf einer Veranstaltung mit einer Beteiligten der Mädchenmannschaft versuchte, hat sie mich von der Bühne herab ausgelacht und versucht, ins Lächerliche zu ziehen. Ein Gespräch über Solidarität hat sie öffentlich abgelehnt. Hier werden abscheuliche Machtdispusitive errichtet innerhalb einer Gemeinschaft, die hart am Abschaffen dieser Ungleichheiten arbeitet. Wie wollen wir das jemals im großen Außen verändern, wenn wir es nicht einmal innerhalb unsere Bezugsgruppe hinbekommen? Ich möchte, dass wir uns an echten Tischen in unsere echten Augen sehen und in FRIEDLICHER SPRACHE klären, wo unsere Differenzen liegen und wo unsere gemeinsamen Nenner. Euer seltsamer Aktivismus im Internet, wo in der Annonymität Menschen zerrissen werden, schlägt uns nur immer weiter zurück.

Wir müssen reden. In echt jetzt, Leute!

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Author: Sarah Wiedenhöft

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21 Comments

  1. So eine Seite als Anregung mit Begründung und Diskussionsgrundlage über generelle Einstellungen wäre nicht ganz unproblematisch, aber eine Diskussionsgrundlage. Aber wie man sieht, wird der Account für anderes verwendet. Da werden persönliche Animositäten ausgetragen. Und statt diesen “Empfehlungen” kritisch zu begegnen, wird blind drauf los geblockt, am Besten noch per SpamBlock. Die entsprechenden “Hinweise” sind per “zufälliger” Überbetonung ja durchaus auch gewollt. Und dafür werden dann halt auch gern mal Realitäten so hingedreht, bis es irgendwie knirschend “passt”.

    Oder in Anlehnung an einen Tweet, den ich vor einigen Tagen vorbeirauschen sah:
    “Du hast 61.000 Tweets, aber der 1 gefällt mir nicht. Deshalb hau ich jetzt mit der gesamten Gruppe auf dich ein und shitstorme dich aus dem Netz.”

    Der erschreckende Teil ist dabei das blinde (Be)Folgen, was dort “vorgegeben” wird. Denn so sehr auch das “Empfehlung” überbetont wird, so sehr wissen gerade diese Personen über Gruppendynamik/Herdentrieb Bescheid, oder sollten es zumindest auf Grund ihrer Erfahrungen im Netz. Ist diese Eskalationsstufe dann noch Zufall oder gewollt?

    Im Übrigen bist du nicht die einzige Person, die von den Menschen hinter dem Account auf Grund persönlicher Meinungsunterschiede “zum Abschuss” freigegeben …äh…natürlich nur empfohlen… werden. Aber diese haben eine Gemeinsamkeit: Auch die sind nicht den ganzen Tag online, sondern arbeiten oder engagieren sich im Leben da draußen.

    Und der Gewinner dieser Selbstzerlegung? 1. Die Person(en), die Menschen mit unterschiedlicher Meinung “irrelavanter” machen und 2. vor allem genau die Gruppen, vor denen der Account angeblich warnen soll. Die machen grad Party…

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  2. Hallöchen,

    leider ist es ja der Fall, dass wenn man – gerade als männliche Person – solche Aktionen kritisiert sofort “Masku” tituliert wird. Obwohl man durch und durch für Gleichbehandlung und -berechtigung ist(und sogar wie ich dafür im Betrieb kämpft), wird einem dadurch vor dem Kopf gestoßen und man fragt sich, warum man das eigentlich macht. Ich glaube solche Aktionen führen dazu, dass sich die Fronten nur noch mehr verhärten und die Personen, die sich unsicher sind eher abschreckt, weil man könnte ja etwas falsches sagen und man ist sofort auf so einer Liste drauf und damit ist am Ende niemandem geholfen.

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  3. Dir fällt es jetzt erst auf, das es diesen Leuten nicht um Emanzipation geht? Was willst Du denn da ‘klären’ dieses Verhalten ergibt sich aus den theoretischen Grundannahmen die diese Leute pflegen.
    Wir können nur hoffen, das diese Menschen niemals politische Macht erlangen werden.

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    • Nein, ich sage doch, dass mir das schon lange so begegnet. Und ich hege auch keine absolutistischen Hoffnungen über die Werdegänge anderer Menschen. Ich will auch keine Fronten verhärten, sondern ich bestehe ganz ehrlich auf ein Gespräch. Um diesen Hass endlich mal aus der Welt zu schaffen.

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      • Ein klärendes Gespräch würde ja die Gefahr birgen, das im Diskurs ‘rassismen’ ‘sexismen’ etc. reproduziert werden und so Marginalisierten die Möglichkeit genommen wird, sich ohne Angst zu äußern.
        Alles was irgendwie das infantile Ich angreifen könnte, muss daher von vornherein verhindert werden, auch das eigene Eingeständnis das man evtl. noch was dazulernen könnte und die eigene Position nicht absolut ist.
        Wie gesagt, mit diesen Leuten kann man nicht reden.

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        • Gut. Ich akzeptiere das im Allgemeinen einfach nicht, dass es Menschen geben soll, mit denen man nicht reden kann. Ich glaube naiv weiter daran und Du lässt es eben bleiben. Aber ich gebe zu Bedenken, dass Du somit zu diesen Menschen zählen würdest, die Du da benennst. Du schließt ja das Gespräch aus. Also kann man mit Dir wohl nicht reden … 😉

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          • Ach auf mich trifft das hoffentlich nicht zu. Bin gern bereit mit anderen zu reden.
            Aber ich hatte ja auch schon genügend Kontakt mit diesen Gestalten um mir ein Urteil zu bilden – und ganz im Ernst, das es verbohrte, bornierte Linke gibt, die eine patriarchale ‘von oben herab’ Kommunikation pflegen, ist keine neue Erkenntnis..

            MfG.

  4. Ich habe dieses @Blockempfehlungsdingens an mir vorbei rauschen lassen, deshalb vielen Dank für diese Zusammenfassung. Ich habe in den Account jetzt reingeschaut und musste tatsächlich sehen, dass du noch vor all den Nazis, die sich auf Twitter vor allem in den Geschlechterdiskurs einmischen, als allererste Blockempfehlung stehst. Das ist einfach völlig ohne Worte. Niemand kann das verteidigen.

    Zum Thema blocken und Blockempfehlungen: Das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Ich versuche, so wenig wie möglich zu blocken, weil mir der Gedanke einfach nicht behagt, was dann unter meinem Radar passiert, habe aber selbst schon mal eine Blockempfehlung abgegeben. Manche User sind einfach so was von durch, dass blocken kein Verlust darstellt. Und für Menschen, die auf diesen Hass, den diese Leute gerne verspritzen, sensibler reagieren, ist es wohl tatsächlich angebracht, zu blocken. Wenn ich eine Person schätze und ihrer Einschätzung vertraue, ist es indes wohl legitim, einer Blockempfehlung auch Folge zu leisten. Das dies bei @Blockempfehlung nun aber nicht gegeben ist, beweist dein Fall! Allgemein halte ich es dennoch für besser, sich erst ein eigenes Bild zu machen.

    Was mich noch sehr viel mehr stört – und das Thema kommt in meiner TL immer mal wieder auf – ist die Unsitte, Leute verschreiben zu wollen, wem sie NICHT folgen sollen/dürfen. Dabei ist es meine eigene Entscheidung, wem ich folge und da labert mir niemand rein! Es gibt tausend Gründe, Leuten mit bedenklicher Meinung zu folgen. Ich persönlich weiß lieber, was der “Feind” denkt, statt ihn zu muten und dann im Geheimen sein Süppchen kochen zu lassen. Wer sich das nicht antun will – schön. Aber ich sehe das halt anders!

    Was “Solidarität” angeht, lese ich schon immer wieder Aufrufe dazu. Das kommt nur komischerweise meist von Leuten, die selbst keine andere Meinung diskutieren oder auch nur anhören wollen. Wer als Feministin nicht dem von der MM vorgegebenen Weg folgt, wird gnadenlos ausgegrenzt. Ich kann dieses Blogprojekt darum ebenfalls nicht mehr Ernst nehmen.

    Solidarische Grüße 🙂

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    • Ja, danke. Ich sehe das ähnlich. Ich blocke auch eine Menge an Menschen, aber das hat dann meist eine Vorgeschichte und erreicht eben irgendwann eine Schmerzensgrenze. Es gibt ja den Troll, der sein unbelehrbar sein Unwesen treibt und ich bin schon auch ganz schön sensibel. Aber was durch das Blocken natürlich verloren geht, ist ein Recht auf Rehabilittion. Das finde ich bedenklich. Aber ich weiß eben auch, dass es in vielen Fällen nicht anders geht. Wichtig finde ich in diesem Zusammenhang auch, ob mich jemand mit seinem Klarnamen trollt oder anonym.

      Im Übrigen ist auch schön, dass mein Text klar sagt, was ich mir wünsche – nämlich ein Gespräch – und ich nun via twitter weiter Anfeindungen und Gezänke ernte. Was soll man dazu noch sagen? Einige bezichtigen mich der Lüge und ich frage nach der emailadresse, weil ich ja – wie gesagt – niemanden öffentlich verraten möchte und dann kommt der nächste tweet, aber eine emailadresse, um das aufzuklären, erhalte ich nicht. Und was ich so richtig interessant finde ist, dieses theoretische Gerede über Opferschutz ist jetzt mal kurz vergessen und die gängigen Mechanismen greifen. Abwehr, Verleugnung, Beschuldigungen. Das erinnert mich alles an die Dinge, die wir angeblich gemeinsam bekämpfen.

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      • Ja, ein paar Äußerungen habe ich eben auch auf Twitter gelesen. Darunter mindestens einen Tweet, der so unglaublich selbstgerecht war, dass es mir die Schuhe auszog – von jemanden, der offensichtlich denen Text und die Intention dahinter nicht mal im Ansatz verstanden hat (bzw. sie nicht verstehen will).

        Ich finde es in Ordnung, keine Namen zu nennen. Das ist ja auch eine Form der Solidarität. Ich habe schon oft Sachen gelesen, die ich absolut zum Kotzen fand, aber die Urheberinnen später namentlich zu erwähnen habe ich mir verkniffen, denn egal wie wenig mit gewissen Leuten einer Meinung bin, so will ich trotzdem niemanden einen antifeministischen Shitstorm auf den Hals hetzen.
        Das Angebot, die Namen per Mail zu verifizieren, ist nur fair, aber wenn darauf nicht eingegangen wird…!

        Nach ziemlich genau einem Jahr Netzfeminismus bin ich auch zu dem Resümee gekommen, dass in Sachen Diskussionskultur und Diskursbereitschaft der vorherrschende Feminismus einfach ein Rohrkrepierer ist, der systematisch andere Meinungen ausschließt und einen alleinigen Wahrheitsanspruch propagiert. Ich bin im echten Leben anders als du nicht sehr feministisch aktiv (mir fehlen dazu auch Gleichgesinnte), aber dennoch ist es unübersehbar, dass ein differenzierter Feminismus, wie du ihn vertrittst, wesentlich anschlussfähiger ist als alles, was online abgeht. Und nur so kann sich was ändern. Leider muss man Feministinnen mit deinen (unseren?) Ansichten mit der Lupe suchen. Zumindest online.

        Was dir jetzt entgegen schlägt, ist kontextlos, ungerecht und teils sogar bösartig. Tut mir sehr leid, dass man so mit dir umgeht :/

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  5. Echt jetzt, findest du, dass du mit sonem Blogartikel einen glücklichen Einstieg in eine verbindliche und wiederverbindende Diskussion vorgenommen hast?

    Ich denke, du hast deinen Standpunkt deutlich gemacht. deutlich wird für mich, dass die Differenzen zu gross sind, um sie durch Reden zu überwinden, daher überrascht mich dein “wir müssen reden” Fazit.

    dein beispiel mit deinem kommentar auf der mädchenmannschaft finde ich etwas unglückselig, weil du (aus meiner sicht als blosse mitleserin) damals sehr aggressiv aufgetreten bist (ja, dein ton!) auf die blosse tatsache hin, dass die mädchenmannschaft nicht für pinkstinks warb. daraufhin gab es einen einfühlsamen, subjektiven und sehr ruhigen artikel von nadia, warum die mädchenmannschaft das nicht tat. in den kommentaren wieder: hass und aggressionen, projektionen..
    hey, die haben damals nix getan, sie haben niemand “schlecht gemacht” sondern sich nur raus gehalten, und als sie dafür beschimpft worden sind, haben sie sich dafür in ruhe und mit höflichen worten erklärt und das wurde ihnen ausgelegt als “ihr macht alles runter und seid so unsolidarisch”.

    so meine wahrnehmung. und du hast halt eine völlig andere.
    wir müssen reden? so können wir aber nicht reden – nicht solange soviel projektionen und komische gefühle im raum sind die verhindern, dass wir über das reden, was tatsächlich abgelaufen ist..

    ich bin harmoniebedürftig.
    mir tut das auch leid.
    aber ich wüsst nicht was ich tun könnte, um gräben zu überbrücken, die von deiner seite in diesem moment aktiv tiefer geschaufelt werden, während du von verzeihen, freundlichkeit und miteinander reden sprichst.
    alles gute dir trotzdem.

    schöne grüsse aus berlin.
    <3

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    • @distelfliege Jetzt tu doch bitte nicht so, als seid ihr die Opfer. Das läuft doch schon wieder genau so, wie es in einer anderen Diskussion zu diesem Thema sehr treffend beschrieben wurde: Jetzt wird hier rumgetrollt, es wird sich als Opfer geriert und Leute, die mit diesem ganzen Scheiß noch nie konfrontiert wurden, bekommen Mitleid. Mir reicht es wirklich, dass hier Leute wie Maike auf mieseste Art und Weise fertig gemacht werden und das ganze noch mit einem zuckersüßen Lächeln wie deinem Kommentar garniert wird. Und das Herzchen am Ende ist für mich wirklich der Gipfel der Verhöhnung.

      Ich mische mich seltenst in Diskussionen dieser Art ein, aber an dieser Stelle musste ich einfach was schreiben, weil ich denke, dass Maike Solidarität verdient hat.

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      • Ich bin kein “Ihr”, habe niemanden verhöhnt, geriere mich nicht als Opfer und deine Antwort an mich ist eine Unverschämtheit.

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  6. Dahinter steckt ein ganz einfacher Mechanismus: Jemand schreibt sich $GerechteSache auf die Fahne und wähnt sich aufgrunddessen in Sache und Methode fortan unfehlbar. Jeder Einwand, jede Kritik, jede Meinungsabweichung kann dann nur noch Krieg bedeuten.

    Ähnlich geht es seinen Aposteln: “Der/die kämpft doch schließlich für $GerechteSache. Also muss er ein guter Mensch sein. Und jeder, der anderer Meinung ist, folglich ein schlechter Mensch. Ergo müssen wir gemeinsam alle niedermachen, die nicht 100%ig mit uns und unseren Methoden einverstanden sind.

    Moderne Kreuzzüge halt…

    Tofu mochte ich übrigens noch nie.

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  7. Was Robin sagt 🙂
    Ich danke dir für diesen Artikel und Euch für die Diskussion, die hier entsteht. Seit einiger Zeit, mein Eindruck, häufen sich Spamblockaufrufe in meiner TL. Kritische Stimmen zu einem solchen Verhalten werden im Übrigen genauso unterdrückt wie Menschen mit Meinungen abseits des twitter-Mainstreams. Ich finde das bedenklich. Erstens ist das systematische Herausekeln von Nasen, die einem nicht passen, selbstgerecht und anmaßend. Es erhebt die eigene Meinung zur Norm. Zweitens: Wo geht die Reise hin? Heute blocken wir Nazis, denn die sind voll Scheiße. Morgen Maskus, denn siehe Nazis. Dann kommen diejenigen, die für die Maskus in die Bresche springen, egal wie oberflächlich. Am Ende werden vielleicht alle gebasht, die keine Katzenbilder mögen. Wer setzt denn da die Grenzen? Ich denke, die sollte jeder persönlich und im Einzelfall entscheiden. Bockempfehlungen gehören m.E. nicht in ein Medium, dessen Stärke eine Art basisdemokratischer Meinungstausch ist.
    Ich wollte auch darüber schreiben. Freue mich über diese differenzierte Vorlage und die guten Kommentare 😀

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  8. Hallo Maike,

    ich denke, im Beitrag geht es u.a. um mich. Ich bin seit fast anderthalb Jahren nicht mehr bei der Mädchenmannschaft, war aber die einzige der (ehemaligen) Autorinnen beim diesjährigen Barcamp.

    Ich kenne Dich nicht persönlich, vielleicht sind wir uns beim Barcamp begegnet. Falls ich geschnauft habe, richtete sich das nicht gegen Dich. Meine Bronchien sind leider nicht gesund und nach körperlicher Anstrenung schnaufe und rassele ich.

    Wie an anderer Stelle bereits klargestellt wurde, habe ich keinerlei Blockempfehlung ausgesprochen und ich habe mit dem Projekt auch insgesamt nichts zu tun. Auf die Kritik an dem Projekt wird dort ebenfalls eingegangen.

    OpenPetition, bzw. das anscheinend ungeprüfte Veröffentlichen von Unwahrheiten im Petitionstext und die Nachlässigkeit im Umgang mit Hass-Kommentaren habe ich bereits vor Weihnachten kritisiert. Wie alle Webseitenbetreiber_innen hat OpenPetition hier Sorgfaltspflichten.

    Weitere Tweets können u.a. hier nachgelesen werden: https://twitter.com/hanhaiwen/status/416190225820696576

    Abschließend kann ich mich nur, wieder einmal, der Distelfliege anschließen.

    Helga

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  9. Hier wird aus welchen Gründen auch immer ziemlich undifferenzier Ärger abgelassen. Ich bin ziemlich intensiv zur Zeit mit der Organisation von One BIllion Rising beschäftigt, war dies auch schon im Jhar zuvor und habe die Mädchenmannschaft immer als sehr konstruktiv empfunden. Von “Auseinandernehmen” zu sprechen ist absolut daneben. Die MM hat kritische Links veröffentlicht, mehr aber auch nicht, und Kritik darf sein und muss sein.

    http://www.onebillionrising2014.de

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    • Spannend, wie sich alle differenzierend auf Kleinfakten stürzen. Ich beende die Diskussion an dieser Stelle. Denn ich habe wegen diesem Unsinnn geweint. Ich bin diejeinige, die hier diskriminiert wird. Und Menschen, die sonst soviel von Opferschutz reden und davon, wie man mit Menschen umgehen sollte, die sind die Aktionäre dieses Spieles. Helga werde ich per mail antworten. Sie ist ja involviert. Diestelfliege schalte ich nicht einmal frei. “Egal” hat vollkommen Recht mit dieser Kritik. Und ich mag keinen Spaß auf meine Kosten mehr lesen.

      Was hier faktisch passiert ist, dass ich aus meinem Erscheinungsraum gedrängt werde. Und ich möchte dem auch langsam Folge leisten und mich bei twitter abmelden. Also. Ziel erreicht. Ihr habt mich zum Schweigen gebracht. Ich verweigere ab jetzt die Unterhaltung mit Menschen, die es nicht hinbekommen, ihr Fehler anzuerkennen. Vielleicht solltet Ihr einfach mal mein Buch lesen, um festzustellen, welche unterpriviligierte Person ihr hier gerade fertig macht. Ich bin fassungslos.

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  10. Normalerweise mische ich mich in solche Debatten nicht ein: hier nur soviel: Was Du geschrieben hast, ist eine differenzierte Analyse und Du solltest Dich für nichts grämen und Dir nichts zurechnen, was Du Dir nicht zurechnen lassen mußt. Mit Differenz können die Faseler:innen von sogenannten Safer Places nicht umgehen. Genauso wenig wie mit Kritik.

    „Rotzlöffelfabrik“ ist übrigens ein passendes Wort. Weshalb zurückrudern?

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  11. Hm.

    Als nur gelegentlicher “Querleser” der Bloglandschaft stolpere ich in letzter Zeit öfter über die “MM”, in der Regel wegen solcher eher schwachsinnigen Aktionen…

    Was mich dabei wundert: wie kommt es, dass ein Haufen (persönliche Meinung) recht offensichtlich bei der Verteilung diverser Eigenschaften Zu-kurz-Gekommener über einen recht langen Zeitraum solche Aufmerksamkeit binden kann? Wieso ignoriert ihr sie nicht einfach?

    Nun bin ich als Mann hier eher “aussenstehend” und habe wohl auch deshalb eine andere Perspektive als speziell die Feministinnen, aber selbst mir fällt auf, dass es bei dem, was ich von und über die MM lese ganz offensichtlich *nicht* um feministische Themen wie z.B. die Rolle der Frau in der Gesellschaft etc. geht, sondern darum, ein “Spielfeld” möglichst exklusiv zu belegen. Das hat viel Ähnlichkeit mit Vierjährigen im Sandkasten…

    Kleiner Tip – das geht nur, wenn auch die “Anderen” mitspielen.

    Ignoriert sie und gut is… Aber tut das aus Eurer eigenen Meinung heraus, nicht weil “Gruppe A” nichts von der Meinung von “Gruppe B” hält und dann erklärt, dass Ihr das auch so sehen müsst, weil Ihr sonst “gaanz bööse” seid…

    Habt bitte eine eigene Meinung… Oder ist das schon alles fremdgesteuert?

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  12. Bitte schweige nicht. Du hast die Gabe, das Angemessene in klaren Worten zu bringen. Und: You walk the Talk. Ein wirklich seltenes Exemplar 😉 Wer das Weinen verlernt hat, weil er alle Gefühle so unterdrückt, dass nur noch Kampf möglich scheint, braucht Liebe so dringend, dass das Annehmen derselben wie eine verlorene Schlacht erscheint. Wir, die wir weinen können … lass uns unsere Tränen würdigen, aufrecht stehen bleiben und sagen, was bewegt.
    Wünsche Dir alle Kraft und Liebe für das beginnende Jahr.

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