Behördenhilfe? Hoffnungslos.

Als Karin P. in der Zeitung über Elizabeth Escalona las – die Texanerin, die ihre Kinder misshandelte und dafür nun 99 Jahre Haftstrafe erhalten hat – musste Sie daran denken, wie sie selbst einmal Hilfe bei den Ämtern gesucht hat. Mit ihrem Kommentar zeigt Karin nur einen der vielen Gründe auf, warum man in einer solchen Situation tatsächlich keine Hilfe zu erwarten hat. 

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© Wolfgang Kumm/DPA Die drei verantwortungsvollsten Frauen unseres Landes klären die Schuldfrage. Keine war ‘s!

“Eine Erfahrung mit dem Jugendamt möchte ich in diesem Zusammenhang gerne mitteilen:
Ermüdet, erschöpft und voller Sorgen rief ich beim Jugendamt, der zuständigen Person für Alleinerziehende an, ich hatte das dringende Bedürfnis, seelische und praktische Unterstützung in meiner neuen Mutterrolle zu bekommen. Ich schilderte meine Situation und klagte über die un-aushaltbare Situation, nicht nur alles alleine zu machen, sondern auch die Verantwortung für alles tragen zu müssen. Zusätzlich ein zermürbender Rechtsstreit mit dem Vater des Kindes, der sich weigerte, jedwede Verantwortung für unser gemeinsam geplantes Kind zu übernehmen…
Dann sagte ich seufzend so etwas wie: “Ich weiß auch gar nicht, wie es alles weitergehen soll”
Die Stimme am anderen Ende des Telefons wurde auf einmal hellwach und sagte im Fräulein-Rottenmeier-Ton: “AHA! Da muss ich ja mal etwas genauer hinhören!” In mir zog sich alles zusammen und ich beendete irgendwie das Gespräch.
Nach diesem Satz war mir klar, dass auch bei dem zuständigen Amt keine Unterstützung, sondern eher eine Art Kontrollwahn zu erwarten ist. So habe ich es gemacht, wie viele andere: Zusammenreißen, Augen zu und durch. Damit hat es einigermaßen geklappt. Ich kann aber die Verzweiflung mancher Eltern nachempfinden.
Hilfe suchen bedeutet für mich, sich immer wieder neu erklären zu müssen. Unterstützung finden ist nach meiner Erfahrung ist eine Herausforderung, manchmal eine Art Kampf! In diesem Zusammenhang habe ich mich schon oft gefragt, wie gerecht die elterliche Verantwortung verteilt (und empfunden) wird. Ich glaube, es ist egal, ob Texas, Deutschland oder Australien.

Zu guter letzt ein Spruch von Laotse:

Verantwortung hat man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.” “

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Author: Sarah Wiedenhöft

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2 Comments

  1. ….es ist so einfach wie das: Wir leben in einer repräsentativen Demokratie, weil in jahrhundertelangen Experimenten zur Findung dessen was das Allgemeinwohl am Ende nur ein System nur so wirklich gangbar war, nämlich dieses. D.h. Interessen bestimmen den politischen Dialog und infolgedessen natürlich auch das, was dabei herauskommt und wie am Ende verwaltet wird.

    D.h. Schwule und Lesben vertreten ihre Sache und würden uns einen husten, wenn wir als “Heten” daher kämen und ihnen erzählen würden, wie es zu sein hat. Gut, viele viele Jahrzehnte war auch das so. Wir sind inzwischen doch einigermaßen dazu gekommen, dass Männer nicht mehr das Ressort “Frauen” betreuen (obwohl auch das in meinen letzten zwanzig bewussten Jahren oft genug vorgekommen ist. Auch Gregor Gysi hatte es mal inne.

    Aber noch immer immer werden Alleinerziehende nicht nur betreut. Wir reden politisch darüber, dass sie gesellschaftlich immer am Rande stehen. Und drehen uns um und machen Menschen, die ganz offensichtlich KEINE Ahnung davon haben, WIE es ist, alleinerziehend zu sein, zu Verantwortlichen für das Thema.

    Und keiner kommt auf die Idee, dass wir dieses aktuell doch so sehr besprochene Thema nicht auf die Reihe bekommen, WEIL es immer die anderen machen. Am liebsten die ganz ohne Kinder…die wirklich null Plan haben, wieviel Arbeit und Kinder einem abverlangen. Da kommen dann diese Kommentare raus.

    Wie auch dieses: Drei erwachsene Frauen sind mit fünf Kindern unterwegs, das älteste fünf Jahre alt. Eine der Frauen, die Mutter dreier Kinder, gesundheitlich versehrt, weshalb überhaupt die zweite als Betreuung dabei ist. Eine Minute nicht hingesehen, ist eines der Kinder weg. Nicht, weil ich gleich das Schlimmste annehme, sondern weil ich mir vorstelle, wie der Junge, der uns alle verloren hat, vielleicht auch in Panik gerät, rufe ich bei der Polizei an und frage: Es ist doch bestimmt hier irgendwo eine Streife unterwegs. Könnte die nicht bitte mal nach einem blonden Fünfjährigen Ausschau halten?” – Langes Schweigen der Polizistin am anderen Ende. “Können Sie oder nicht?” – “Naaa, ” sagt sie gedehnt. “ich frag mich, wie man ein Kind verlieren kann..?!” Ich frag sie bzw. stelle fest: “Sie sind keine Mutter?!” “Nein.” – “Denken Sie an uns, wenn sie ein sind!” – Ich hab auch aufgelegt.

    Der Kleine war übrigens schlau, ist zur nahegelegenen Kindereinrichtung gelaufen und hat jemand gefunden, der uns kannte und anrufen kann… 🙂

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    • Ja, es ist so schade, dass gerade bei der Polizei so viele unsolidarische und ahnungslose bis faule Menschen beschäftigt sind. Was die Politik betrifft, gebe ich Dir völlig Recht. Darüber habe ich ja auch bereits etwas geschrieben. Über die Bildungsferne der Parlamentarier. Falls es Dich interessiert, findest Du den Text hier.

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