Alleinerziehende Künstler*innen – Sabrina Kugler näht

Alleinerziehende Künstler*innen

Sabrina Kugler ist 24 Jahre alt und Mutter von einem zweijährigen Kind. Zum Kunshandwerk ist sie durch ihr Kind gekommen. Sie war Kleinunternehmerin und verdiente Geld mit ihren Werken, heute träumt sie von einem kleinen Geschäft eines Tages.

526560_566037396816821_1812984345_n

Seit wann nähst du deine eigenen Krationen?

Ich fing das Nähen mit der Geburt meiner Tochter an. Ich wollte anfangs nur Unikate für meinen kleinen Bauchwurm anfertigen. Freunde und Familie sahen diese Arbeit und fragten, ob ich nicht auch was für sie machen möchte. So nahm das seinen Lauf. Ich spielte mit dem Gedanken, mich selbständig zu machen, traute mich aber nicht alleine. Nicht alleine im Sinne von alleinerziehend – das war ich damals noch gar nicht – sondern ich hatte den Plan mit einer andren Mama zusammen das durchzuziehen. Daraus ist aber nichts geworden. Ich grübelte eben eine Weile weiter und fand einen neuen Namen für mein eigenes Ding. Das Nähb(r)ienchen entstand. Ich meldete ein Kleinunternehmen an und machte mich an die Arbeit, kaufte mir eine neue Nähmaschine und eine Stickmaschine und legte los. Relativ Erfolgreich. Ich machte ganz individuell bestickte Kundenaufträge. Von Kuschelkissen,Hörkissen (das sind Kopfkissen mit eingenähten flachen Lautsprechen mit Klinkenanschluss), Loops, Handtaschen, Utensilos, Decken, Handyhüllen, Schlüsselanhänger, Schminktaschen usw. Meistens so wie es der Kunde wollte, manchmal hatte ich auch freie Hand.

996808_524746860945875_588911767_n

Wie hat sich Deine Arbeit mit dem Alleinerziehen gewandelt?

Als ich den Kindsvater verließ, zog ich von Ludwigshafen zurück in meine Heimatstadt Karlsruhe und versuchte mich irgendwie weiter an meiner Selbständigkeit. Allerdings musste ich mir eingestehen, dass es einfach zu viel wurde. Außerdem wurde mir die Zeit zu schade, nach dem das Kind im Bett lag, noch bis tief in die Nacht an den Maschinen zu sitzen.  Für nicht einmal 3€ Stundenlohn war mir das einfach zu viel. Wenn ich dann auch noch meine Preise rechtfertigen musste oder mal einen Auftrag nicht rechtzeitig fertig bekam, zog das immer auch noch persönlichen Ärger nach sich. Die Motivation sank mit meinen Nerven von denen man ohnehin kaum noch welche hat als Alleinerziehende. Und so beschloss ich, eine Weile meine Arbeit ruhen zu lassen. Man kann also sagen, dass ich alleinerziehend bin, hindert mich daran, da sonst unter der Qualität meiner Arbeit die Qualität der Bezihung zu meinem Kind leiden würde. Wenn ich meine nächtliche Arbeit wichtiger nehmen müsste, würde meine Tochter wohl darunter leiden und umgekehrt.
Aber Nähbrienchen ist/war meine Kunst und vielleicht werde ich irgendwann wieder weiter machen. Vielleicht eines Tages mit einem eigenen Laden mit Kaffe- und Kinderecke und Nähkursen und Stoffladen. Wir werden sehen.

554531_518756131544948_1632654744_n

Was ist Kunst?

Kunst ist für mich alles und nichts. Kunst macht und/oder lebt man. Kunst ist immer Kreativität. Ob es die Sprache ist mit der man spielt und neues schafft oder ob man etwas mit den Händen erstellt. Es kann aber auch genauso eine besondere Lebensform sein die einen zum Künstler macht. Ich weiß nicht ob man mich als Künstlerin sehen könnte, ich tue das eigentlich nicht umbedingt. Aber mein Handwerk ist/war das Nähen.

Danke, Sabrina. Wer mehr von Sabrinas Nähbrienchen sehen will, findet sie hier.

 

 575251_566036000150294_1425853717_n

979826_490969724323589_66312275_o

  1010298_484458704974691_62858410_n

1014104_483909705029591_5117910_n

 

Flattr this!

Author: Sarah Wiedenhöft

Share This Post On

Submit a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*