Alleinerziehende Künstler*innen – Jenny Klestil fotografiert

Alleinerziehende Künstler*innen

Jenny Klestil

Jenny ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern und Fotografin in Köln. Werbeaufnahmen, erotische Bilder und Familienfotos gehören zu ihrem Repertoire. Und – auch wenn es nicht immer einfach ist – Die Fotografie ist genau ihr Ding. Warum das so ist und was ihre größte Inspirationsquelle darstellt, erzählt sie uns heute.

Wann hast du angefangen zu fotografieren und warum?
Ich fotografiere mittlerweile seit über 15 Jahren. ( Mit ein paar kürzeren und längeren Unterbrechungen, als mein mittlerweile fast 15 jähriger Sohn in die Schule kam, wurde es schwierig :-))
Angefangen hat damals alles , weil ich selbst ( als junges Ding ) gemodelt habe und mir viele Bilder nicht gefallen haben- dazu kam das Interesse für die Fotografie und das Wissen ” etwas kreatives , eigenes und selbständiges ” machen zu wollen.
Ich bin mit 22 Jahren recht jung Mutter geworden und habe dazu festgestellt wie schwierig es ist, eine geregelte 9/5 Tätigkeit mit Kind hinzubekommen.
Ich war in einer intakten Beziehung und beide wollten gerne und viel arbeiten , dazu wollten wir auch Zeit mit unserem Sohn verbringen – die goldene eierlegende Wollmilchsau musste her 🙂
Natürlich war und ist das die Fotografie auch nicht – aber es ist genau mein Ding !
Über die vielen Jahre habe ich schon einige Bereiche ablichten dürfen, von der klassischen Werbefotografie, über erotische Aufnahmen für Magazine & Buchtitel bis hin zur Kinder- Familienfotografie, bei der ich nun auch seit einigen Jahren hängen geblieben bin 🙂
Hier geht die Palette auch von Familienaufnahmen über Werbeaufträge von großen namhaften Firmen , Kindermode über Magazine.
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Wie sieht dein Alltag aus?
Mein Alltag sieht mit 3 Kindern, alleinerziehend und selbständig sehr konsequent und durchgeplant aus.
Um 6.20 Uhr  klingelt mein Wecker. Um 6.40 Uhr der Wecker für den ” Rest ” 🙂
Dann fertig machen, sortieren, Tag planen und besprechen, frühstücken.
7.20 Uhr- die Mittlere wird von mir in einen anderen Stadtteil zur Grundschule gefahren, die Kleine auf dem Rückweg in den Kindergarten gebracht, der Große fährt eigenständig mit Bus & Bahn ( Gott sei Dank ! 🙂
Ab 9 Uhr – Büro, Bildbearbeitung, Telefonate oder Kundentermine im hauseigenen Studio.
Bis 15 Uhr ist dann konzentriertes Arbeiten  angesagt, und dazwischen die Waschmaschine & Spülmaschine befüllen, Arzttermine und Verabredungen für die Kinder ausmachen, und die Patchwork Wochenenden planen ..
Um 16 Uhr werden Kind 2 & 3 wieder eingesammelt, auf dem Rückweg kleine & große Besorgungen gemacht. Nachmittagsaktivitäten wie Sport, Nachhilfe, Verabredungen finden dann auch noch statt.
Um 18 / 19 Uhr gibt es Abendessen, bevor dann um 20 Uhr : Kind 3 ( das Kleinste , 2 Jahre alt ) und um 21 Uhr Kind 2 ( 9 Jahre alt ) ins Bett gehen. Um 21.30 Uhr schließt Kind 3 die Tür und tut so als wenn er schläft 🙂
Ab 21.30 Uhr  fängt mein zweiter Teil des Arbeitstages an. Ich muss dann Bilder des Tages bearbeiten und letzte Mails beantworten. Zwischen 0.00 / 1.00 Uhr  geht es dann endlich ins Bett.
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Was ist deine Inspirationsquelle?
Meine Inspirationsquelle sind die kleinen ( und manchmal auch großen 🙂 ) Dinge im Leben, ein Moment der Stille im Bad ( mit der passenden seichten oder anspruchsvollen Lektüre, je nach Stimmung ) , das Magazin ” Flow ” , eine halbe Stunde Sonne auf meiner riesigen Dachterasse , der Moment wo alle Kinder schlafen und ich meine Gedanken sortieren kann, meine Kinder – wenn sie mit tollen und sprudelnden Ideen um die Ecke kommen, ein Wochenendtrip in die Eifel, ein Saunaabend, ein gutes Essen und ein Glas Wein, aber auch die Arbeit vieler Kollegen – die Möglichkeit daran teilhaben zu können – Facebook machts möglich.
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Hat das Alleinerziehen deine Kunst/Arbeit im kreativen wie im organisatorischen Sinne verändert? 
Definitiv ! Jetzt heisst es auf den Punkt da sein- keine großen Denkpausen mehr verschwenden und die Momente mitnehmen und ausnutzen in den Muttern arbeiten kann .
Da meine Kunden auch alle Kinder haben, heißt es oft spontan und flexibel sein – ich kann mich gut auf die Launen meiner und anderer Kinder einstellen, weil ich gelernt habe meinen Focus deswegen nicht aus den Augen zu verlieren.
Mir ist es nun wichtiger als vorher Dinge vorbereitet und geregelt zu wissen – der spießige Turnbeutel muss Sonntagabend schon gepackt sein, die Kindergeburtstagsgeschenke möglichst früh parat liegen und alle regelmäßig ablaufenden Prozesse bekommen einen strikten Zeitplan, damit für die creativität noch zeit und raum bleibt.
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 Was ist Kunst?
Kunst ist für mich eine kreative Freiheit im Bild umsetzen zu können und mir meine kunden dabei vertrauen . Es ist das Gesamtbild aus der Situation , der Nachbearbeitung und einem schönen Abzug . ohne dass vorher schon feststeht , was hinterher rauskommt 🙂

Mehr von Jenny gibt es hier und bei Facebook ist sie hier unterwegs.

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Author: Sarah Wiedenhöft

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