Etwas mehr Mensch, bitte .

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Heute bin ich ein wenig traurig.

Fangen wir aber erst mal mit einem anderen Gefühl an. Zunächst möchte ich mich bedanken bei allen, die sich an der Frage nach unseren Forderungen beteiligt haben. Ich habe sehr viele sehr gute Emails voller fantastischer Vorschläge erhalten. Das hat mich wirklich sehr gefreut. Es gab einige Punkte, in denen waren sich wirklich alle einig und einiges an interessanten Spezialwünschen. Die Punkte, in denen wir uns alle einig sind, werde ich zusammenfassen und ausformulieren. Dazu später. An einem anderen Tag. Heute zunächst zu den Spezialwünschen, die mich auf eine traurige Problematik gestoßen haben.

Es ließ sich gestern mehrfach die Forderung verlauten, ich solle keine männlichen Leser meines Blogs zulassen. Einige Frauen schrieben mir, sie sähen nicht gerne, dass Männer ihn kommentieren oder unterstützen. Eine schrieb gar, sie würde niemals an einer Demonstration für Frauenrechte teilnehmen, wenn an dessen Organisation Männer beteiligt seien. Und unter “wahren Feministinnen” wäre das auch ein absolutes no-go. Zunächst einmal möchte ich das Eine betonen:

Ich setze mich hier nicht nur ein für die Rechte der Frauen, sondern für die Rechte Alleinerziehender. Darunter gibt es auch Männer. Zudem sehe ich nicht ein, dass nicht auch Männer für die Rechte von Frauen, bzw. Menschen für die Rechte von Menschen kämpfen dürfen. Es ist schade, wenn derlei bestimmte Menschen davon abhält, diesen Blog zu lesen oder zu unterstützen, aber ich werde mich nicht als Speichellecker für irgendeine menschenverachtende Haltung hergeben. Ich diskriminiere weder Männer noch Frauen. Jedenfalls nicht bewusst. Offenbar habe ich schon einige Frauen verletzt. Es wurde sogar schon der Verdacht geäussert, dass ich in Wahrheit ein Mann sei und dieses Blog mit irgendwelchen fiesen subversiven Gedanken über das patriarchalische System spicke, um Euch hinten rum alle zu verseuchen. Derlei Verschwörungstheorien machen mich wirklich traurig. Mich erinnert das an zweierlei. Nämlich einerseits – ganz allgemein – denke ich da an Rassismus. Und andererseits an eine Geschichte, die Bernd und Marlene Bitzer mir mal erzählt haben. Bernd und Marlene sind kein Paar und keine Geschwister. Die beiden teilen sich einen Körper. Den von Bernd. Bernd hat mir erzählt, wie er einmal in ein Frauenhaus ging, um dort an einem Gespräch zum Thema Frauenrechte teilzunehmen. Die Frauen da haben ihn böse von der Seite angesehen und geschnitten. Als er versuchte, der Veranstaltung beizuwohnen, bat man ihn zu gehen. Er sei schließlich keine Frau. Bernd versuchte es mit Fotos von Marlene, aber auch die konnten sie nicht überzeugen. Frauenrechte sind mit Männern nicht zu machen, fanden die Damen und schickten jemanden nach Hause, der kein größerer Frauenversteher seien könnte.

Was soll das, Freundinnen???
Ich weiß um die Ungerechtigkeiten unserer Gesellschaft und ich kenne das große Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen. Wir arbeiten in unserem Land schon eine ganze Weile daran, diese Unterschiede zu beseitigen. Aber Reformen, die über die Jahrhunderte geprägte Verhaltensmuster verändern sollen, finden nicht von jetzt auf gleich statt. Das sind schleichende Prozesse. Ich verweise nur mal eben auf Amerika. Hat Barack Obama inzwischen für jeden eine Krankenversicherung organisiert? Oder im Kleinen: Wolltest Du nicht schon vor drei Jahren Deine Küche neu gestrichen haben?
Selbstverständlich bin ich dafür, Gerechtigkeit herzustellen. Aber Gerechtigkeit lässt sich nur mit allen Menschen zusammen herstellen – wenn überhaupt! Und dazu zählen ganz sicher auch die Männer. Männer dürfen sich nicht für Frauenrechte einsetzen???

WHAT THE FUNK ???

Nun, meine Damen: Wenn man sich so gegen die “Männerwelt” abgrenzt, muss man sich auch nicht wundern, von ihnen abgewiesen zu werden. Erinnert das außer mir noch irgendjemanden an die Debatten über Leitkulturen und Integration? Sind wir Frauen etwa die sogenannten integrationsunwilligen Ausländer, die sich in ihren eigenen Kreisen und “Kirchen” treffen, ihre eigene Sprache sprechen und nicht bereit sind, mit den “Einheimischen” zu leben? Wollen wir jetzt Gleichberechtigung? Oder etwa Rache für all die Jahre? Sollen wir jetzt die Männer unterjochen? Ich kann das emotional nachvollziehen. Unsere menschlichen Gehirne verschütten Glückshormone, wenn wir uns rächen. Gutheißen kann ich das aber nicht.

Ich habe nicht die Absicht, irgendjemanden vom Lesen dieses Blogs auszuschließen. Und ich werde mich auch sicher nie gegen Kooperationen mit Männern wehren. Im Gegenteil. Im Moment bekomme ich die allergröße Unterstützung von einem Mann.
So. Mit diesem Beitrag hier – ich ahne es schon – werde ich mir heute eine Menge Feindinnen machen und sicher die ein oder andere Leserin verlieren. Was soll ich sagen?

Mir wurde vorgeworfen, nicht integer zu sein und DAS streite ich ENTSCHIEDEN ab.
Im Internet wird viel und gerne diskutiert. Es ist ja auch so einfach. Mann kann auch mal Dinge schreiben, die einem nie über die Lippen gehen würden. Und im Falle eines Falles weiß sowieso niemand, wer ich bin und ich kann meinen Kopf aus jeder Schlinge wieder herausziehen, mich abmelden und nie mehr wieder kommen.
Mein Name ist Meike Büttner. Ich habe keinen Zweifel daran gelassen, wer ich bin und was ich vertrete.
Ich war im Fernsehen die selbe die ich zu Hause bin und ich bin im Internet auch genau diese Person. Ich habe eine riesengroße Klappe und bisher noch immer zu allem gestanden, was ich so denke und von mir gebe. Ich habe es noch nie nötig gehabt, im Internet feurige Reden zu halten, die ich privat nicht auch laut vorbringen könnte. Ich KANN gar nicht anders. Meine Meinung purzelt mir aus dem Mund und quillt aus meinen Augen. Wer diesen Blog nicht lesen möchte, weil ihm andere Leser nicht passen, dem kann ich nur sagen:

“Dann lies ihn nicht!”

Allen anderen – Frauen wie Männern – sage ich:

“Dankeschön!”
Es folgt ein das Lied Hilfe
sowie die Empfehlung von Marlenes Seite: Girlsgame

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Author: Sarah Wiedenhöft

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